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12.01.2011

19:39 Uhr

Präsidentschaftskandidatur

Euro-Krise bringt IWF-Chef unter Zugzwang

Die französischen Linken suchen einen Präsidentschaftskandidaten für 2012. Bewerber gibt es zuhauf, ein Konsens ist nicht in Sicht. IWF-Chef Strauss-Kahn hätte gute Karten, muss sich aber beeilen. Die Partei hat sich für einen Zeitplan entschieden, der für ihn ungünstig ist.

Strauss-Kahn: Fordert er Sarkozy heraus? Quelle: Reuters

Strauss-Kahn: Fordert er Sarkozy heraus?

HB PARIS. Wenn er Frankreich nächster Präsident will, dann muss er sich beeilen: Dominique Strauss-Kahn, derzeit als Chef des Weltwährungsfonds gut beschäftigt, hat noch genau sechs Monate Zeit, um sich für eine Kandidatur zu entscheiden. Am 13. Juli endet die Frist, das hat die Parteispitze nach langem Gerangel nun festgelegt.

Das Risiko ist hoch: Zwar räumt DSK, wie er in Frankreich genannt wird, derzeit in den Umfragen ab. Andererseits müsste er seinen prestigereichen Posten in Washington vorzeitig aufgeben, um sich erst in einer internen Wahl als Kandidat für 2012 zu qualifizieren.

Die französischen Sozialisten hatten selten so gute Aussichten wie im Moment, Nicolas Sarkozy als Präsident abzulösen. Nur noch etwa ein Drittel der Franzosen hat eine positive Meinung von ihm. Die Protestbewegung gegen die Rentenreform im Herbst 2010 war nicht zuletzt vom weit verbreiteten Unmut über die Regierung getragen.

Doch anstatt von dieser Situation zu profitieren und Sarkozy mit aktiver Oppositionsarbeit das Leben schwer zu machen, hat sich die PS einmal mehr durch internes Machtgerangel selber lahmgelegt. Im Prinzip sind sich die Sozialisten einig, dass sie nur mit einem von allen unterstützten Kandidaten eine Chance gegen den Amtsinhaber haben. Aber derzeit sind sie weit davon entfernt, sich auf eine Person zu einigen.

Drei Bewerber haben sich schon offen erklärt, mindestens vier weitere scharren mit den Hufen. Am vergangenen Wochenende kam die gesammelte Parteiführung zusammen, um den 15. Todestag des früheren Präsidenten François Mitterrand zu begehen. Eine hervorragende Gelegenheit, den Medien die eigenen Ambitionen zuzuflüstern. „Ich habe große Lust, die Nachfolge von Mitterrand anzutreten“, verkündete Ségolène Royal. Die Wahlverliererin von 2007 will es ein zweites Mal versuchen, hat aber wenig Rückhalt an der Basis.

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