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10.10.2011

11:00 Uhr

Präsidentschaftsvorwahl

Frankreichs Sozialisten - ein Vorbild für die SPD

VonTino Andresen

Die deutschen Sozialdemokraten schrecken davor zurück, alle Wahlberechtigten über ihren Kanzlerkandidaten für 2013 abstimmen zu lassen. Frankreichs Linke hat den Schritt gewagt – und wird dafür belohnt.

Martine Aubry und Francois Hollande stellen sich der Stichwahl. Reuters

Martine Aubry und Francois Hollande stellen sich der Stichwahl.

ParisDie französischen Sozialisten haben eine Premiere hinter sich: Am Sonntag stimmten erstmals in der Geschichte des Landes nicht nur Parteimitglieder über den Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2012 ab, sondern alle Wahlberechtigten konnten sich daran beteiligen. 

Die SPD hatte ebenfalls in Erwägung gezogen, sämtliche Wahlberechtigten über ihren Kanzlerkandidaten für das Jahr 2013 abstimmen zu lassen, das dann aber wieder verworfen. Deshalb wird sie genau nach Frankreich schauen. Dort kommt es am kommenden Sonntag zur Stichwahl. 

Für die französischen Sozialisten hat sich die für alle offene Vorwahl als großer Erfolg erwiesen. Zum einen weil sich daran knapp 2,5 Millionen Bürger beteiligten. Zum anderen weil sie der Partei medial eine gewaltige Aufmerksamkeit beschert hat. Die sechs Kandidaten haben sich drei Fernsehduelle geliefert, von denen zwei je fünf Millionen Zuschauern vor die TV-Geräte lockten. Auch in den Zeitungen waren die Bewerber extrem präsent. 

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Abstimmen konnten alle Wahlberechtigten. Sie mussten lediglich schriftlich bestätigen, dass sie Anhänger der politischen Linken und von deren Werten sind, außerdem einen Euro bezahlen – oder freiwillig auch mehr. Nur Ausländer und Minderjährige ab 16 mussten Parteimitglied sein, um sich zu beteiligen. 

Keiner konnte vorher wirklich abschätzen, welche und viele Bürger abstimmen werden. Das stellt die Sozialisten vor eine große organisatorische und logistische Herausforderung. Es wurden beispielsweise Befürchtungen laut, in manchen der knapp 10.000 Wahlbüros könnten die Abstimmungsunterlagen ausgehen. 

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Böse Zungen behaupten, die Sozialisten hätten die Vorwahl nur deshalb für alle geöffnet, um die Entscheidung über ihren Kandidaten nicht selbst treffen zu müssen. Denn noch immer wirkt die umstrittene und äußerst knappe Wahl von Martine Aubry an die Parteispitze im Jahr 2008 nach. Die Entscheidung, wie der Präsidentschaftskandidat zu bestimmen sei, fiel aber mit einer deutlichen Mehrheit von mehr als 70 Prozent. 

Ursprünglich kam die Idee, für alle offene Vorwahlen abzuhalten, Anfang der 1990er-Jahre aus dem konservativen Lager und ist inspiriert vom Vorbild der USA. Jetzt wächst auch in der Partei des amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy die Sympathie dafür. So räumt der ehemalige konservative Premierminister Jean-Pierre Raffarin einen „Erfolg“ der Sozialisten ein, der dem Sieger der Vorwahl eine große Legitimität verleihen werde. Es mehren sich die Stimmen, die fordern, 2017 ebenfalls eine Vorwahl abzuhalten. Sarkozy könnte bei einer Wiederwahl 2012 in fünf Jahren ohnehin nicht noch einmal antreten.

Kommentare (13)

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aruba

10.10.2011, 11:44 Uhr

Guten Tag,.... Nun ja.... Madame Royale weint. Diese Frau haette vor Jahren eine echte Chance gehabt den Saustall mal gruendlich auszumisten. Aber wenn mann Freunde hat wie den Juden Strauss-Kahn, den aalglatten Fabius und den Cretin Lang,.... ja wenn selbst der eigene Ehemann einem in den Ruecken schiesst. ( Francois Hollande )..... Dann , ja dann sind wir in Frankreich. Die Bande verdient nichts besseres als den kleinen Teufel Sarkozy. Gott strafe Frankreich. ( Ich habe auch einen Franzoesischen Pass. ) Besten Dank.

RechtundGesetz

10.10.2011, 11:46 Uhr

Auch in Deutschland heisst das Gebot der Stunde, man muss mehr Basisdemokratie wagen.
Weg von der Parteiendiktatur.

Mehr Möglichkeiten bieten dass die Bürgern direkt und unkompliziert in der Politik mit bestimmen können.

Es muss über kurz oder lang auch möglich werden, Politiker ab wählen zu können.
Sie dürfen sich nicht einfach von hinten wieder anschleichen,
durch Zweitstimmen oder Überhangmandate ihrer Parteien wieder in ins Parlament kommen.

Nein, wenn sie ihren Job nicht gut machen, muss man die Möglichkeit haben sie bei einer Wahl zu bestrafen.
Es steht viel zu viel auf dem Spiel wenn sie ihr parlamentarisches Unwesen fortsetzen dürfen.
Das darf einfach nicht sein.

In jedem Betrieb entledigt man sich unfähiger Mitarbeitern in den Führungsetagen,
nur so kommt gute Arbeit zu Stande.

Wir können uns auf die Dauer diese unfähigen Leute nicht mehr leisten.
Zu gross wird dadurch der Schaden am Land und seinen Bürgern die immer wieder all das finanziell ausbaden müssen was diese Dilletanten verursachen.

Illuminaten-Peer

10.10.2011, 12:02 Uhr

Ich habe zwar nur einen dt. Pass, aber das ist schon oky.

Bei uns in Dt. legen die Bilderberger (Untergruppe der jüd. Illuminaten) fest, wer Kanzler wird.

So spart man sich die lästigen und sehr teueren Vorwahlen und auch die vielen Medien-Berichte, um den kristeischen und sehr bewusstsen Bürger die richtige Sichtweise näher zu bringen.

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