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28.02.2012

09:54 Uhr

Präsidentschaftswahl

Berichte über Mordpläne laut Kritikern Manöver

Als „zeitlich gut geplanten Komplott“ und wahltaktisches Manöver haben Kreml-Kritiker die Bekanntgabe von Mordplänen gegen den russischen Regierungschef Putin eingestuft

Russlands Regierungschef Wladimir Putin im September 2011 in Moskau. dpa

Russlands Regierungschef Wladimir Putin im September 2011 in Moskau.

MoskauDie Enthüllung eines angeblichen Mordkomplotts gegen den russischen Regierungschef Wladimir Putin ist von kritischen Journalisten als wahltaktisches Manöver vor der Präsidentschaftswahl am Sonntag bezeichnet worden. Dass der staatliche Fernsehsender Perwy Kanal die vermeintlichen Mordpläne sechs Tage vor dem Urnengang publik gemacht habe, sei wiederum ein „zeitlich gut geplanter Komplott“, sagte der politische Kommentator des Rundfunksenders Kommersant FM, Oleg Kaschin, am Dienstag.

„Bisher wissen wir nicht mit Sicherheit, ob es dieses Komplott wirklich gab oder nicht.“ Der vom Kreml kontrollierte Fernsehsender Perwy Kanal habe vermutlich nicht ohne die Zustimmung von Putins PR-Leuten über den Fall berichtet, ergänzte Kaschin.

Sein Kollege Anton Orechow vom liberalen Radiosender Moskauer Echo sagte, dass islamistische Rebellen aus dem Kaukasus zweifellos in der Lage seien, einen Terrorakt zu begehen. Aber die Behörden könnten die angeblichen Anschlagspläne vor der Wahl nun so darstellen, dass das „Vaterland von allen Seiten in Gefahr und unser Führer von der Vernichtung bedroht ist“.

Der Sender Perwy Kanal hatte am Montag den angeblichen Mordkomplott öffentlich gemacht. Demnach wurden in der Ukraine bereits im Januar und Anfang Februar zwei mutmaßliche tschetschenische Rebellen festgenommen, die den 59-Jährigen Putin nach seiner absehbaren Rückkehr in den Kreml töten wollten.

Schon am Montag wurde Kritik am Zeitpunkt der Bekanntgabe laut. Auch Putins Gegner bei der Präsidentschaftswahl äußerten sich kritisch. Kommunistenchef Gennadi Sjuganow sagte, der Komplott «stinkt». Der Nationalist Wladimir Schirinowski sagte, er diene dazu, „chronisches Mitleid für das Opfer“ Putin hervorzurufen.

Von

afp

Kommentare (1)

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diewahremeldung

28.02.2012, 11:09 Uhr

Kommunistenchef Gennadi Sjuganow sagte... Der Nationalist Wladimir Schirinowski sagte...
Also bitte! Diese Clowns zu zitieren ist ja das unterste Niveau. Es scheint, dass auch dem HB inzwischen gegen Putin alles recht ist...

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