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19.01.2007

12:52 Uhr

Präsidentschaftswahlkampf

Ségolène Royal sackt in Umfragen ab

Die französischen Sozialisten kritisieren den Wahlkampfstil ihrer Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal. Für weitere Unruhe sorgt ein Vorschlag von Parteichef François Hollande, die Steuern auf Monatseinkommen ab 4 000 Euro zu erhöhen. Innenminister Nicolas Sarkozy hat laut Umfrageergebnissen die Nase vorne.

Royal hat Kritik an ihrer Wahlkampfführung zurückgewiesen. Foto: ap Quelle: ap

Royal hat Kritik an ihrer Wahlkampfführung zurückgewiesen. Foto: ap

ali PARIS. Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal bläst derzeit der Wind ins Gesicht. Innerhalb der Parti Socialiste (PS) häuft sich die Kritik an ihrer Art und Weise, den Wahlkampf zu führen. Für Unruhe sorgte zudem ein Vorschlag von Parteichef François Hollande, die Steuern auf Monatseinkommen ab 4 000 Euro zu erhöhen. Royals Lebensgefährte musste einräumen, dass es sich um einen „persönlichen Vorschlag“ handelte.



Für einen Eklat sorgte Royals Sprecher Arnaud Montebourg, der Hollande wegen der Äußerungen zum „Problem“ für die Kandidatin erklärte. Am Donnerstag wurde er deshalb von Royal entlassen, wie aus ihrem Umfeld verlautete.



Die Sozialistin befindet sich nun auf einmal stark in der Defensive. Nach einer Erhebung des Instituts CSA bekäme die frühere Familienministerin in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl Ende April 29 Prozent der Stimmen – das sind fünf Punkte weniger als vor zwei Wochen. Ihr Rivale, Innenminister Nicolas Sarkozy, liegt in der Wählergunst bei 30 Prozent. Auch in der fälligen Stichwahl Anfang Mai hätte der Konservative demnach die Nase vorne.



Royal hat Kritik an ihrer Wahlkampfführung zurückgewiesen. Sie setzt weiter auf die „partizipativen Foren“: Dabei sollen die Bürger selbst Vorschläge machen, wie das Land besser regiert werden kann. Auf den Einsatz von Parteigrößen wie die Ex-Minister Laurent Fabius und Dominique Strauss-Kahn verzichtet Royal dabei komplett, was für Unmut sorgt. „Wir müssen von neuem die Partei einen und stark zusammenarbeiten, sonst riskieren wir Unannehmlichkeiten“, mahnte der Europa-Abgeordnete Vinent Peillon.



Royal ist nun mit einer Reihe inhaltlicher Vorschläge an die Öffentlichkeit gegangen, um den Vorwurf einer lahmenden Kampagne zu entkräften: Sie spricht sich für ein neues Referendum über einen um soziale Aspekte erweiterten EU-Verfassungsvertrag aus. Außerdem will sie allen jugendlichen Arbeitslosen entweder eine Fortbildung oder einen subventionierten Arbeitsplatz verschaffen. Darüber hinaus forderte sie erneut eine Flexibilisierung der 35-Stunden-Woche.



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