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13.01.2016

21:54 Uhr

Preisverfall

Auch Brent-Öl fällt unter 30 US-Dollar

Der weltweite Ölpreisverfall nimmt weiter seinen Lauf: Erstmals seit 2004 ist die europäische Rohöl-Sorte Brent unter die 30 US-Dollar-Marke gefallen. Kurz zuvor ereilte das Schicksal bereits das amerikanische Produkt.

Das Symbolbild zeigt eine Erdölraffinerie: Die europäische Sorte Brent fällt am Mittwoch unter die 30 US-Dollar-Marke. Reuters

Erdölraffinerie

Das Symbolbild zeigt eine Erdölraffinerie: Die europäische Sorte Brent fällt am Mittwoch unter die 30 US-Dollar-Marke.

London/FrankfurtNach amerikanischem Rohöl hat es auch die europäische Sorte Brent erwischt: Am Mittwochabend fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) Nordseeöl unter die Marke von 30 US-Dollar. Es ist das erste Mal seit April 2004, dass diese Marke unterboten wird. Im Tief kostete ein Fass Brent zur Lieferung im Februar 29,96 Dollar, zuletzt stand es bei 30,32 Dollar. US-Rohöl (WTI) war bereits am Dienstagabend zeitweise unter die 30-Dollar-Marke gerutscht.

Die Chronik des Ölpreisverfalls

Der Verfall

Ein weltweites Überangebot bei schwächelnder Nachfrage setzt dem Ölpreis immer stärker zu. Noch im Juni 2014 kostete ein Barrel (Fass zu je 159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent 115,7 Dollar. Derzeit kostet ein Fass Öl aus der Nordsee weniger als 33 Dollar.

Die Gründe

Ein Grund für das Überangebot ist der Schieferölboom in den USA. Ein anderer ist die Förderpolitik der Opec, die anders als in früheren Jahren den Preis nicht durch die Senkung von Fördermengen stützen will oder kann. Stattdessen kämpfen die Kartellmitglieder mit Rabatten um ihre Marktanteile. Diese Preis-Meilensteine durchschritt die Ölsorte Brent seit Anfang 2015:

7. Januar 2015

Der Brent-Preis fällt zum ersten Mal seit Mai 2009 unter 50 Dollar je Fass.

13. Januar 2015

Mit 45,19 Dollar erreicht Brent den niedrigsten Stand seit März 2009.

3. Februar 2015

Spekulationen auf einen deutlichen Rückgang des Überangebots treiben den Preis für Brent wieder über 55 Dollar.

6. Mai 2015

Export-Ausfälle in Libyen schüren Spekulationen auf einen Versorgungsengpass: Der Ölpreis steigt bis auf 69,63 Dollar.

3. August 2015

Erstmals seit Januar rutscht Brent wieder unter die 50-Dollar-Marke. Auslöser ist ein Rekordanstieg der Ölproduktion der Opec-Länder im Juli.

24. August 2015

Aus Sorgen vor einer deutlichen Abkühlung der chinesischen Wirtschaft machen Anleger einen großen Bogen um Öl. Brent verbilligt sich um bis zu 6,5 Prozent auf 42,51 Dollar. Damit kostet das Nordsee-Öl so wenig wie zuletzt im März 2009.

8. Dezember 2015

Nachdem die Opec ihre Förderpolitik bestätigt hat und in der Abschlusserklärung nicht einmal mehr eine Zahl für die Obergrenze der Produktion auftaucht, gehen die Notierungen erneut in die Knie: Brent fällt auf bis zu 39,81 Dollar und ist damit so billig wie zuletzt im Februar 2009.

21. Dezember 2015

Brent kostet mit rund 36 Dollar so wenig wie zuletzt im Juli 2004.

4. Januar 2016

Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen im sunnitischen Saudi-Arabien eskaliert der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Iran und dem Königreich. Dies macht eine gemeinsame Linie der beiden Opec-Mitglieder in der Ölpolitik unwahrscheinlich. Die Preise nehmen ihre Talfahrt wieder auf.

7. Januar 2016

Brent stürzt um sechs Prozent auf 32,16 Dollar ab und notiert damit so niedrig wie zuletzt im April 2004. Damals hatte der Preis zuletzt die 30-Dollar-Marke unterschritten.

Der Ölpreisverfall, der mit Unterbrechungen seit Mitte 2014 anhält, hat sich seit Jahresbeginn beschleunigt. Wesentlicher Grund für den Sinkflug ist das hohe Angebot in den USA und seitens des Ölkartells Opec.

Vor allem Saudi-Arabien wehrt sich seit längerem mit einem Preiskampf gegen aufstrebende Ölförderer aus den USA. Allerdings ist dieser Kurs innerhalb der Opec zunehmend umstritten. Hinzu kommen politische Spannungen zwischen den Opec-Ländern Saudi-Arabien und Iran. Die Nachfrage nach Rohöl wächst zwar, allerdings eher verhalten.

Von

dpa

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