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09.04.2014

15:50 Uhr

Preiswucher

Ukraine stoppt Gas-Import aus Russland

Der russische Gaskonzern Gazprom hat den Gaspreis für die Ukraine um satte 80 Prozent angehoben. Deswegen will die Regierung in Kiew nun die Importe aus Russland stoppen. Über eine Alternative wird bereits verhandelt.

Angst in der Ukraine

Zwangslage - Abhängig von russischem Gas

Angst in der Ukraine: Ukrainische Zwangslage - Abhängig von russischem Gas

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Kiew/MoskauDie Ukraine will vorerst kein weiteres Gas aus Russland importieren. „Ukraine stoppt den Kauf von Gas in diesem Monat, bis eine Preisvereinbarung erreicht ist“, sagte Energieminister Juri Prodan am Mittwoch in Kiew. Die Ukraine bezieht etwa die Hälfte ihres Erdgases aus Russland. Erst in den vergangenen Tagen hatte Gazprom den Gaspreis für das Nachbarland um 80 Prozent auf 485 Dollar je 1000 Kubikmeter angehoben.

Zum Vergleich: In Europa sind 370 bis 380 Dollar fällig. Nach Darstellung von Gazprom hat die Ukraine Gas-Schulden in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar. Putin forderte Verhandlungen darüber, wie diese Summe bezahlt werden könne.

Die Lage sei „schwierig, wenn nicht sogar kritisch“, betonte der russische Präsident. Falls die Verhandlungen nicht erfolgreich seien, werde Russland alle Möglichkeiten ausschöpfen, die ihm vertraglich zustünden. Putin schloss für diesen Fall verpflichtende Vorauszahlungen für die Ukraine nicht aus. „Soviel, wie sie bezahlen, soviel (Gas) erhalten sie auch“, sagte er. Zugleich forderte der Präsident, alle Verträge mit dem Nachbarland strikt einzuhalten.

Land am Scheideweg – Die Ukraine zwischen Russland und der EU

21. November 2013

Die Regierung in Kiew legt überraschend ein Assoziierungsabkommen mit der EU aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ auf Eis. Tausende Menschen demonstrieren dagegen.

25. November

Die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko tritt aus Protest gegen Kiews Außenpolitik in einen Hungerstreik. Erneut gehen Tausende in Kiew und anderen Städten auf die Straße.

27. November

Präsident Viktor Janukowitsch sagt, die Ukraine sei wirtschaftlich noch nicht reif für ein Abkommen mit der EU. In Kiew demonstrieren Tausende für und gegen eine EU-Annäherung.

1. Dezember

Überschattet von Krawallen fordern Hunderttausende in Kiew den Sturz von Janukowitsch. Bei Zusammenstößen werden im Regierungsviertel mindestens 150 Menschen verletzt. Die Kundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz Maidan bleibt friedlich. Die Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko fordert den Rücktritt der Regierung und vorgezogene Neuwahlen.

3. Dezember

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4. Dezember

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Bei einem der größten Massenproteste seit Jahren fordert nach Oppositionsangaben eine halbe Million Menschen Neuwahlen. Demonstranten stürzen Kiews zentrale Lenin-Statue.

9. Dezember

Die Behörden leiten Ermittlungen gegen die Opposition wegen eines angeblichen Umsturzversuchs ein. Auslöser sollen Aufrufe zur Blockade des Regierungsviertels gewesen sein. Sicherheitskräfte räumen erste Barrikaden und stürmen das Büro der Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Timoschenko.

10. Dezember

Hunderte Kräfte der Sondereinheit „Berkut“ (Steinadler) vertreiben Demonstranten aus dem belagerten Regierungsviertel. Die Proteste auf dem Maidan gehen weiter. Polizeikräfte rücken dort gegen die Demonstranten vor. Unterdessen trifft die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zu Vermittlungsgesprächen in Kiew ein.

11. Dezember

Nach internationaler Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte zieht die Führung einige Sondereinheiten am Vormittag wieder zurück. Innenminister Witali Sachartschenko sagt: „Ich möchte alle beruhigen – der Maidan wird nicht erstürmt.“

Die Ukraine schaut sich bereits nach alternativen Lieferländern um. Vor allem die Slowakei wird genannt – mit einer Pipeline in umgekehrter Richtung, sagte Energieminister Prodan. Pipeline-Beamte beider Länder sollen Gespräche darüber führen, um technische und rechtliche Hindernisse zu beseitigen. „Wir haben die volle Rückendeckung der EU“, sagte Prodan unter Berufung auf Gespräche mit der EU-Energiekommissar.

Putin indes forderte die Europäische Union mit Nachdruck zu finanzieller Hilfe für die nahezu bankrotte Ukraine auf. Die EU habe zwar die prowestliche Führung in Kiew anerkannt, ihr aber noch keine konkrete Unterstützung zukommen lassen: „Nicht einen Dollar, nicht einen Euro“, sagte Putin am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge.

„Russland erkennt die Kiewer Machthaber nicht an, aber setzt seine wirtschaftliche Unterstützung und Subventionen mit Hunderten Millionen und Milliarden Dollar bis heute fort“, betonte Putin bei einem Treffen mit der Regierung. „Diese Situation kann natürlich nicht ewig dauern.“

Regierungschef Dmitri Medwedew bezifferte die ukrainischen Gesamtschulden bei Russland auf 16,6 Milliarden US-Dollar.

Kommentare (18)

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09.04.2014, 16:14 Uhr

Wieso Preiswucher?

Was soll diese medialen Hetzkampagne gegen Russland?

Bislang hat Russland der Ukraine einen Rabatt auf den Gaspreis eingeräumt.

Damit ist jetzt Schluss.

Die Ukraine muss jetzt den Preis zahlen den alle zahlen!

Das ist ohne Frage ein schwerer Schlag für die Ukraine.
Im Grunde ist die Ukraine schon lange nahezu bankrott.

Ohne schnelle "Hilfen" (Gelder) aus dem Westen ( Vor allem Deutsche Steuergelder ) droht der Ukraine der Staatsbankrott.

Die Ukraine kann nicht alle offenen Rechnungen bezahlen.
Laut Angaben von Gazprom-Vorstandschef Alexei Miller sind noch Beträge von 1,7 Mrd. Dollar offen.

Wenn die Ukraine weitere Rechnungen nicht bezahlen kann, droht dem Land schon sehr bald ein Lieferstopp durch Russland.

Helfen können hier nur die Steuerzahler aus der EU - Also auch wir Deutschen wieder.

Ich erwarte schon bald Deutsche bzw. EU Hilfsgelder für die Ukraine, um dieses Land möglichst rasch auf EU ( Diktatur der 28 Kommissare ) und NATO ( Nord Atlantik Terror Organisation ) Westkurs einzuschwören.

Will der Westen ( Die Bilderberger ) einen Krieg mit Russland?

Erinnern Sie sich noch an das Zitat von Jean-Claude Juncker aus dem vergangenen Jahr:

"Wer glaubt, dass ich die Frage von Krieg und Frieden nie mehr stellt, könnte sich gewaltig irren."

Das schwerste Vergehen der gleichgeschalteten West Propagandamedien gegen ihr Publikum ist denn auch der dauernde und fortgesetzte Friedensverrat, mit dem die Bevölkerung gegen Russland aufgehetzt und in den Krieg geführt wird!

Die Journalisten stehen nicht in Studios, sondern hocken in geistigen Schützengräben und versprühen ihr Gift über das informationelle Schlachtfeld. Gegenüber ihren Lesern und Zuschauern (also ihren Kunden) empfinden sie nicht die geringste Verantwortung und haben keinerlei Skrupel, sie in einen tödlichen Krieg zu treiben. Menschenleben sind ihnen – anders als sie permanent glauben machen wollen – keinen Pfifferling wert.

Account gelöscht!

09.04.2014, 16:20 Uhr

Mann muss die Situation aus perspektive Bank - Kunde vergleichen.
Wenn ein Kunde so wie Ukraine schlechte "schufa" hat dann ist die Risiko für Russland auch Hoch, dementsprechend auch der Preis.

Account gelöscht!

09.04.2014, 16:24 Uhr

..da möchte ich doch mal ihre Schufa sehen...

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