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11.11.2014

01:14 Uhr

Prekäre Lage

Jemen fängt sich Sanktionen ein

Der Arabische Frühling zwang Jemens Präsidenten Salih zum Rücktritt. Doch seine Anhänger boykottieren die neue Regierung, und Rebellen überrennen die Hauptstadt. Nun hagelt es Sanktionen für die Drahtzieher.

Anhänger des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Salih protestieren am 7. November gegen eine Einmischung des Auslands. Zuvor hatte die Uno Sanktionen gegen Salih verhängt. dpa

Anhänger des ehemaligen jemenitischen Präsidenten Salih protestieren am 7. November gegen eine Einmischung des Auslands. Zuvor hatte die Uno Sanktionen gegen Salih verhängt.

WashingtonDie USA haben Sanktionen gegen den gestürzten früheren Präsidenten des Jemen, Ali Abdullah Salih, und zwei Anführer der schiitischen Huthi-Rebellen verhängt. Abd al-Chalik al-Huthi und Abdullah Jahja al-Hakim gelten als Drahtzieher der derzeit herrschenden Unruhen im bitterarmen Land.

Salih und die beiden Huthi-Anführer hätten „direkt oder indirekt den Frieden, die Sicherheit oder die Stabilität des Jemen bedroht“, teilte das US-Finanzministerium am Montag mit. Sie hätten den politischen Umschwung im Land unter Einsatz von Gewalt und anderen Mitteln untergraben und behindert.

Jegliches Vermögen der Männer in den USA wird nun eingefroren, zudem sind Geschäftsbeziehungen mit ihnen für US-Bürger ab sofort verboten. Der Schritt folgt auf einen Entschluss der Vereinten Nationen, die ebenfalls Sanktionen gegen die drei Männer beschlossen hatten.

Wegen der prekären Sicherheitslage im Jemen werden die USA zudem ihr Personal in der Botschaft reduzieren. Das Außenministerium teilte am Montag aber mit, die Botschaft in Sanaa bleibe weiter geöffnet. Wie viele Mitarbeiter abgezogen werden, war zunächst noch nicht klar.

Am Freitag hatten Tausende Anhänger der schiitischen Huthi-Rebellen und Unterstützer von Ex-Präsident Ali Abdullah Salih gegen die USA demonstriert. Die aus dem Norden stammenden Huthis hatten im September die Hauptstadt Sanaa überrannt und kontrollieren sie seitdem.

Kämpfe zwischen Huthis und Al-Kaida

Seit einigen Wochen haben sie auch Radda und andere Städte sowie Provinzen in ihrer Gewalt. Bei Kämpfen zwischen den Rebellen sowie Angehörigen des Kifa-Stammes und Kämpfern des Terrornetzwerkes Al-Kaida kamen Ende Oktober rund 250 Menschen ums Leben.

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Bei neuen Gefechten zwischen Huthis und Stammesangehörigen wurden am Montag nahe Radda mindestens 13 Menschen getötet. Unter den Toten seien neun Rebellen und vier Stammesangehörige, hieß es.

Am Sonntag war Jemens neue Regierung von Ministerpräsident Chaled Bahah vereidigt worden, obwohl die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten sie ablehnt. Drei designierte Minister der Volkskongress-Partei von Salih boykottierten die Zeremonie. Ein Ende der politischen Krise ist damit weiter nicht in Sicht.

Im Jemen kämpfen die Huthis gegen Extremisten der Terrororganisation Al-Kaida, aber auch gegen Salih-Anhänger und ehemalige Militärs aus dessen Herrschaftszeit. Sie fordern mehr Einfluss in dem Armenhaus Arabiens. Salih war im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2012 nach über 30 Jahren Herrschaft zum Rücktritt gezwungen worden.

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