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24.09.2014

06:56 Uhr

Presse hört mit

Cameron plaudert über „schnurrende“ Queen

Ein US-Fernsehsender hat vertrauliche Gespräche zwischen dem britischen Premierminister David Cameron und dem Ex-Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, mitgeschnitten. Gesprächsthema war unter anderem die Queen.

Hielten einen Plausch in vermeintlicher Vertraulichkeit: Michael Bloomberg (links) und David Cameron. AFP

Hielten einen Plausch in vermeintlicher Vertraulichkeit: Michael Bloomberg (links) und David Cameron.

LondonWenige Tage nach dem Schottland-Referendum hat der britische Premierminister David Cameron in New York in vermeintlicher Vertraulichkeit über die Queen aus dem Nähkästchen geplaudert.

Die Monarchin habe vor Freude „geschnurrt“ („purred“), als er sie telefonisch mit den Worten „Alles ok“ über den Verbleib der Schotten im Vereinigten Königreich unterrichtet habe, sagte Cameron dem Ex-Bürgermeister der US-Metropole, Michael Bloomberg. Was beide offenbar nicht wussten: Das Mikrofon war an. Eine Videoauszeichnung von dem Gespräch landete am Dienstag im Programm des TV-Senders Sky News.

So wichtig ist Schottland für die deutsche Wirtschaft

Wie stark ist die schottische Wirtschaft überhaupt?

Die jährliche Wirtschaftsleistung beträgt rund 131 Milliarden Pfund - umgerechnet fast 165 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Berlin und Brandenburg zusammen.

Wie viel exportiert Deutschland nach Schottland?

Deutschland exportierte 2013 Waren im Wert von umgerechnet gut fünf Milliarden Euro nach Schottland. "In der Rangliste unserer wichtigsten Kunden würde Schottland einen Platz unter den ersten 50 belegen", sagt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. "Und zwar noch vor Staaten wie Irland und Griechenland." Großbritannien insgesamt steht mit einem Volumen von knapp 76 Milliarden Euro an Nummer drei, hinter Frankreich und den USA, aber noch vor den Niederlanden und China. Die Schotten kaufen vor allem deutsche Maschinen und Fahrzeuge, aber auch chemische Produkte.

Und wie viel kauft Deutschland in Schottland?

Schottland lieferte 2013 Waren im Wert von etwa drei Milliarden Euro in die Bundesrepublik. Das würde zu einem Platz unter den 50 wichtigsten deutschen Lieferanten reichen, noch vor Australien oder Saudi-Arabien.

Importiert Deutschland vor allem Whiskey?

Alkohol ist tatsächlich ein großer Exportschlager. Nummer eins sind zwar Maschinen und Fahrzeuge. Nach Angaben der Scotch Whisky Association wurde 2013 Whisky im Wert von 172 Millionen Pfund (216 Mio Euro) nach Deutschland exportiert. Die Bundesrepublik ist damit fünftgrößter Abnehmer hinter den USA, Frankreich, Singapur und Spanien.

Wie viele deutsche Unternehmen sind vor Ort?

Mehr als 200, sagt DIHK-Experte Treier. "Davon wiederum sind knapp 40 hundertprozentige Töchter von Industrieunternehmen wie BASF, Bosch und Evotec." Insgesamt beschäftigen die deutschen Firmen rund 20.000 Mitarbeiter in Schottland.

In der Unterredung mit Bloomberg sprach Cameron auch offenherzig über seine Nervosität über den historischen Volksentscheid in Schottland. „Es hätte niemals so knapp sein sollen. Am Ende war es das ja auch nicht“, sagte er mit Blick auf vorangegangene Umfragen.

„Ich habe schon gesagt, dass ich gerne diese Umfrageinstitute ausfindig machen und sie wegen meiner Magengeschwüre verklagen will, die ich wegen ihnen durchmachen musste, wissen Sie. Es waren sehr nervöse Momente.“ Ein Sprecher des Buckingham-Palasts erklärte, das Königshaus äußere sich nie über Gespräche zwischen dem Premierminister und der Queen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

24.09.2014, 10:22 Uhr

Die Queen hat "geschnurrt"
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Die Monarchin habe vor Freude „geschnurrt“ („purred“), als er sie telefonisch mit den Worten „Alles ok“ über den Verbleib der Schotten im Vereinigten Königreich unterrichtet habe, sagte Cameron dem Ex-Bürgermeister der US-Metropole, Michael Bloomberg.

Das ist verständlich. Schottland ist weiterhin in Geiselhaft von Großbritannien.
Wäre Großbritannien autonom geworden, würde Großbritannien ca. 1/3 seiner Landfläche verlieren.
Es wäre dann "Kleinbritannien".
Es würde auch die Einnahmen aus dem Öl und Gasgeschäft verlieren welche bisher nach London fließen.

Für Schottland war es eine schlechte Wahl.

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