Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2015

12:09 Uhr

Presseschau

Die Welt spricht über das Handelsblatt-Cover

VonKevin Knitterscheidt

Selbstmord aus Furcht vor dem Tod? Die Titeloptik des Handelsblatts spitzt den Poker des griechischen Premiers Alexis Tsipras im Schuldendrama zu. Erpresst er die übrigen Euro-Länder? Hier die Reaktionen aus aller Welt.

Versucht Griechenlands Premier Alexis Tsipras die Euro-Partner zu erpressen?

Streitbarer Titel

Versucht Griechenlands Premier Alexis Tsipras die Euro-Partner zu erpressen?

DüsseldorfAlexis Tsipras hält eine silbern glänzende Waffe an die eigene Schläfe, hebt dabei seinen Blick entschlossen nach oben. Betitelt ist die Titelseite der aktuellen Wochenend-Ausgabe des Handelsblatts mit den drastischen Worten: „Geld her – oder ich schieße!“

Doch auch ohne diese Zuspitzung wird deutlich, vor welche Wahl der griechische Ministerpräsident sein Volk und seine europäischen Kollegen stellt, wenn er den Verbleib seines Landes in der Euro-Gemeinschaft an seine selbstgewählten Kriterien knüpft.

International gibt es viele Reaktionen auf die heutige Titelseite – positive wie negative. So kommentiert etwa der spanische Wirtschaftsprofessor Juan Ramón Rallo, Vertreter der liberalen Österreichischen Schule, auf Twitter: „Es ist schwer, die Erpressung von Syriza besser zusammenzufassen.“

Kritischer klingt dagegen die Einschätzung von Matthias Daniel, dem Chefredakteur des Branchenmagazins „Journalist“: Ebenfalls auf Twitter urteilt er, „dieser Handelsblatt-Titel sollte wohl provozieren. Leider zeigt er nur die Einfältigkeit seiner Macher“ – eine Begründung schiebt er allerdings nicht hinterher.

Auch in griechischen Medien wurde das Cover heiß diskutiert. Das griechische TV-Netzwerk „Star Channel“ etwa findet den Titel „schockierend“. Auch andere Medien des Landes berichten darüber, halten sich aber mit Kommentierungen weitgehend zurück – wie das Online-News-Portal „Greek Money“, die Radiostation „Real“ oder die wöchentliche Anzeigen-Zeitschrift „Lifo“.

Lob gibt es dagegen von Kai Diekmann, dem Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, die in der Vergangenheit besonders kritisch über die griechische Regierung berichtet hat. Auf Twitter schreibt er zum aktuellen Handelsblatt-Cover: „Verdammt deutlich.“

Auch in Schweden nahm man den Titel zur Kenntnis. Jedenfalls twitterte der Manager der Stockholmer Swedbank, Robert Schönbeck, kurz nach der Veröffentlichung ein Bild des Covers mit den Worten: „Wie das ‚Handelsblatt‘ die Verhandlungstechniken der Griechen sieht.“

Auf der Facebook-Seite des Handelsblatts fallen die Reaktionen dagegen gemischt aus. So kommentiert ein User unter griechischem Namen: „Seid ihr es eigentlich nicht leid, so einen Mist zusammenzuschreiben?“ Worauf ein anderer antwortet: „Klar, dass man von einem Griechen keine objektive Sicht der Dinge erwarten kann.“ Ein weiterer schreibt mit Blick auf Tsipras: „Dann schieß doch! Ist das einzige, was ich dazu zu sagen habe.“

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

elly müller

03.07.2015, 12:20 Uhr

Tja, also irgendwie ist die Bildersprache sehr eindeutig!

Im Prinzip macht er genau das und denkt nicht an die Folgen seiner Vorgehensweise.

Warum bitte hat er keine Gegenvorschläge in Brüssel vorgelegt??? Warum hat er nicht endlich eine Reichensteuer eingeführt?? Da gäbe es viele Punkte, nur ein Wille ist einfach nicht erkennbar!

Das Einzige was man ihm nicht vorwerfen kann ist, dass er eine große Last von allen Vorgängerregierungen übernommen hat!

Arme Griechen!!!!!!!

Frau Ich Kritisch

03.07.2015, 12:29 Uhr

ich denke das dieses Kerlchen noch dazu die Patronen im Magazin mit Platzpatronen ersetzt hat. Nur die im Lauf, die hat er vergessen auszutauschen...

Herr Heinz Rüdiger

03.07.2015, 12:54 Uhr

dümmlich und polarisierend ...

in der momentanen Situation unverantwortlich ... grade wo man nicht mehr weiss wer hier eigentlich wen anlügt.

das grenzt schon an Volksverhetzung. ist aber mindestens unsensibel

btw: der Euro entwickelt sich genau wie vorhergesagt: Chaos und Elend durch politische Großmannssucht und internationales Finanzchaotentum

Abgeschlossenen Währungs- und Wirtschafträume hatten sehr wohl ihren Sinn im alten Europa. Und um sich nicht wieder gegenseitig den Schädel einzuschlagen muss man nicht irgendwelche Sozialistischen Groß-/Wahnsinnsprojekt wie den Euro von Zaun brechen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×