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12.06.2013

07:23 Uhr

Prism-Informant Ed Snowden

Schüchterner Teenie und Computer-Fan

Ein zurückhaltender Computer-Spezialist lässt Amerikas Staatsapparat erzittern: Prism-Informant Edward Snowden hat ein unauffälliges Leben geführt – bis er sich mit den mächtigsten Geheimdiensten der Welt anlegte.

Edward Snowden soll sich mittlerweile in Moskau aufhalten. ap

Edward Snowden soll sich mittlerweile in Moskau aufhalten.

Crofton/Elizabeth CityDie Motive, die den 29-jährigen Edward Snowden zur Enthüllung des geheimen Überwachungsprogramms „Prism“ trieben, geben den amerikanischen Politikern Rätsel auf. In seinem Lebenslauf finden sich kaum Hinweise darauf, dass er eines Tages hochvertrauliche Dokumente öffentlich machen und ins Ausland flüchten würde. Im Gegenteil: Die Snowdens sind eigentlich eine Familie im Staatsdienst.

Seine Mutter, Elizabeth Snowden, ist Verwaltungsangestellte am Bundesgericht von Maryland. Und sein Vater, Lonnie Snowden, war bei der US-Küstenwache, bevor er 2009 in Ruhestand ging. Seine ältere Schwester, Jessica Snowden, ist beim Federal Judicial Center in Washington beschäftigt, einer Bildungs- und Forschungseinrichtung für die Bundesgerichte.

Snowden selbst ist IT-Mitarbeiter, verbrachte ein paar Monate bei den Reservisten der Armee und hat nach eigenen Angaben für den US-Nachrichtendienst Central Intelligence Agency (CIA) gearbeitet.

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Edward Snowden war zwar nicht bei der National Security Agency angestellt, doch der Computertechniker konnte problemlos auf vertrauliche Informationen des US-Geheimdienstes zugreifen – dank einer Outsourcing-Initiative.

Der jüngste Spross der Familie hat die High School nie abgeschlossen und für ein paar Jahre alleine in der Eigentumswohnung seiner Mutter in Ellicott City im US- Bundesstaat Maryland gelebt. Eine Nachbarin sagte, Snowden habe auf sie eher „ernst“ und „fleißig“ gewirkt – nicht der Typ, der Partys schmeiße und laute Musik höre. „Er war immer ziemlich ruhig, und er war immer am Computer“, sagte Joyce Kinsey im Telefoninterview mit Bloomberg.

Sie habe ihn „die ganze Nacht durch am Computer“ gesehen. Er habe stets gegrüßt, aber nie Blickkontakt hergestellt. Während in den USA nun Untersuchungen eingeleitet werden, wie Snowden die geheimen Dokumente kopieren und an die Medien weiterleiten konnte, stellen sich die Politiker im Kongress und Weißen Haus die Frage, warum Snowden dem Staat die Loyalität aufkündigte, der seine Familie ernährt. Der britischen Zeitung „The Guardian“ sagte Snowden, er habe die ausufernde Überwachung öffentlich machen und die „Grundfreiheiten“ schützen wollen.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

12.06.2013, 08:05 Uhr

Ich habe absolute Hochachtung vor Menschen wie Edward Snowden!

Account gelöscht!

12.06.2013, 08:11 Uhr

ich auch - Respekt

Froschpopo

12.06.2013, 08:19 Uhr

Ich wette, demnächst kommt irgendwie heraus, dass er Kinderpornos auf dem PC hatte, öffentlich uriniert hat oder ein Vergewaltiger oder Steuersünder ist und deshalb ausgeliefert werden muss.

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