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11.08.2011

02:19 Uhr

Probefahrt

Chinas erster Flugzeugträger geht auf Reisen

Der erste chinesische Flugzeugträger ist zu einer Probefahrt ausgelaufen. Das Schiff soll für Ausbildungszwecke eingesetzt werden. Die Testfahrt sorgt in der asiatischen Region aber für Beunruhigung.

Chinas erster Flugzeugträger. Quelle: AFP

Chinas erster Flugzeugträger.

PekingChinas erster Flugzeugträger ist zu einer Testfahrt ausgelaufen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verließ das Schiff den Hafen von Dalian in Nordostchina. Die Fahrt werde „nicht lange dauern“. Nach seiner Rückkehr werde der Flugzeugträger weiter überholt und getestet. Er war ursprünglich in der Sowjetunion unter dem Namen „Warjag“ gebaut worden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 kaufte China das noch unfertige Schiff 1998 ohne Maschinen und Waffen von der Ukraine. Die „Warjag“ wird jetzt modernisiert und soll China für Ausbildungszwecke dienen.

Chinas Marine verfolgt ein eigenes Flugzeugträgerprogramm. Nach offiziell unbestätigten Berichten sollen gegenwärtig in Shanghai ein oder möglicherweise sogar zwei Flugzeugträger gebaut werden. Angesichts von Streitigkeiten über Seegebiete mit seinen Nachbarn, dürfte China damit Sorgen über seine Seemachtsambitionen weiteren Vorschub leisten. Das ehrgeizige Vorhaben sorgt in der asiatischen Region für Beunruhigung, da China mit mehreren Nachbarn um Territorialansprüche und Rohstoffvorkommen auf hoher See streitet. Besonders der Konflikt um die Spratly Inseln im Südchinesischen Meer war gerade wieder aufgeflammt.

Nach der Testfahrt des Flugzeugträgers haben die USA Auskünfte über das Rüstungsprojekt gefordert. «Wir würden jede Art von Erklärung begrüßen, die China uns zu der Frage gibt, warum es so eine Ausrüstung benötigt», sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums in Washington am Mittwoch. Es herrsche allgemein «Sorge» darüber, dass China in Rüstungsfragen nicht so transparent sei wie andere Staaten. So würde China nicht so viele Angaben zu Rüstungsprojekten oder dem Militärbudget machen wie etwa die USA. «Wir hätten gerne ein offenes, transparentes Verhältnis in militärischen Angelegenheiten», sagte die Sprecherin.

Vor einem Monat hatte Peking erklärt, das 300 Meter lange Schiff solle für «wissenschaftliche Forschung, Experimente und Training» genutzt werden. Der Flugzeugträger sollte ursprünglich für die sowjetische Marine gebaut werden, die Arbeiten an dem damals «Warjag» genannten Schiff wurden aber mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eingestellt. China soll die Schiffshülle - ohne Motor und elektrische Ausstattung - 1998 von der Ukraine gekauft haben. Bislang hat Peking kaum Angaben über das Schiff gemacht. Chinas Nachbarstaaten und auch die USA verfolgen die Modernisierung und Aufrüstung der Streitkräfte des Landes mit großer Sorge. China macht zunehmend Besitzansprüche im ost- und südchinesischen Meer geltend, wo mehrere andere asiatische Länder ebenfalls Ansprüche erheben.

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