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07.01.2005

10:20 Uhr

Problem seit Einführung der Ein-Kind-Politik

China: Gezielte Abtreibung weiblicher Föten soll bestraft werden

China will die gezielte Abtreibung weiblicher Föten unter Strafe stellen, um das Ungleichgewicht der Geschlechter bei Neugeborenen zu korrigieren. Seit der Einführung der Ein-Kind-Politik vor mehr als 20 Jahren hat sich die Geburtenstatistik zu Gunsten männlicher Babys verschoben: Auf 100 weibliche Neugeborene kommen offiziellen Angaben zufolge 119 männliche.

HB PEKING. In China werden Söhne traditionell gegenüber Töchtern bevorzugt, weil sie die Rolle des Ernährers übernehmen und die Familienlinie fortführen. Mit Ultraschall wird bei Schwangeren häufig das Geschlecht ermittelt, um weibliche Föten abzutreiben.

„Die Regierung sieht es als dringliche Aufgabe an, die unausgewogene Geschlechterverteilung bei Neugeborenen zu korrigieren“, sagte, Zhang Weiqing, der als Minister die Kommission für Bevölkerung und Familienplanung vorsitzt, der Nachrichtenagentur Xinhua. Als neue Maßnahme werde die Kommission beginnen, einen Änderungsentwurf für das Strafgesetz zu erarbeiten, um damit die Geschlechtsbestimmung von Föten und Abtreibungen ohne medizinischen Grund zu unterbinden, so Zhang. Mit diesem Vorstoß will die Regierung in Peking bis zum Jahr 2010 die Geschlechterverteilung ausgleichen. Die gezielte Abtreibung weiblicher Föten ist in China zwar bereits verboten, wird aber nicht bestraft. Xinhua machte keine Angaben, welches Strafmaß Eltern nach dem neuen Gesetz zu erwarten haben. Das mit 1,3 Mrd. Menschen bevölkerungsreichste Land weltweit hat die Ein-Kind-Politik Anfang der 80er Jahre eingeführt, um sein Bevölkerungswachstum zu kontrollieren.

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