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08.02.2014

02:35 Uhr

Probleme beim Spähen

NSA schöpft nur 30 Prozent aller Daten ab

Der US-Geheimdienst NSA schöpft offenbar nur noch knapp 30 Prozent aller Verbindungsdaten ab. Vor allem der Zugriff auf US-Handys macht der Behörde Probleme. Jetzt will sie die Unternehmen zur Herausgabe zwingen.

NSA-Sitz auf dem Armee-Stützpunkt Fort Meade: Die Behörde hat Schwierigkeiten, an die Daten von Handy-Telefonaten zu kommen. ap

NSA-Sitz auf dem Armee-Stützpunkt Fort Meade: Die Behörde hat Schwierigkeiten, an die Daten von Handy-Telefonaten zu kommen.

WashingtonDie US-Geheimdienstbehörde NSA schöpft Medienberichten zufolge nur noch weniger als 30 Prozent der Verbindungsdaten aller in den USA geführten Telefongespräche ab - und damit deutlich weniger als zuletzt angenommen. Wie die Zeitungen "Washington Post" und "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichteten, hat die NSA Schwierigkeiten, an die Daten von Handy-Telefonaten zu kommen.

Wie aktuelle und ehemalige Regierungsvertreter den Zeitungen sagten, schöpfte die NSA in der Vergangenheit nahezu 100 Prozent der Telefonverbindungsdaten in den USA ab. Durch die kräftigen Zuwächse bei der Mobilfunknutzung sei der Anteil im vergangenen Jahr aber auf 20 bis 30 Prozent gesunken. Mindestens zwei Mobilfunkanbieter, Verizon Wireless und T-Mobile, werden demnach gar nicht abgedeckt. Ob auch Telefongespräche über das Internet ausgespäht werden, blieb unklar.

Die NSA arbeitet den Berichten zufolge aber daran, die Lücke zu schließen. Die Telekommunikationsfirmen sollen demnach über Gerichtsbeschlüsse dazu gezwungen werden, auch die Handy-Daten herauszugeben. Die NSA wollte die Berichte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht kommentieren. Die NSA äußere sich nicht zu einzelnen Überwachungsprogrammen, hieß es. Die eigene Arbeit werde aber ständig überprüft, um mit "technologischen Veränderungen Schritt zu halten".

Seit Juni sind durch die Enthüllungen des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden eine Reihe von Spähprogrammen der NSA und verbündeter Geheimdienste ans Licht gekommen. So überwachte die NSA nicht nur massenhaft E-Mails und Telefonate von unbescholtenen Bürgern rund um die Welt, sondern hörte auch Spitzenpolitiker aus befreundeten Staaten ab, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

US-Präsident Barack Obama kündigte Mitte Januar eine Begrenzung der weltumspannenden Spähprogramme der NSA an. Die Sammlung der Telefonverbindungsdaten von US-Bürgern soll in ihrer jetzigen Form beendet werden. Die Metadaten wie Telefonnummern und Anrufdauer sollen zwar weiter abgeschöpft, aber nicht mehr von der NSA selbst gespeichert werden.

Von

afp

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