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11.07.2014

16:24 Uhr

Prorussische Separatisten

Mindestens 30 Soldaten in Ostukraine getötet

Im Osten der Ukraine halten die Kämpfe an. Separatisten beschossen die Stellungen der Armee mit Raketen und töteten dabei mindestens 30 Soldaten. Angela Merkel fordert nun Maßnahmen von Präsident Poroschenko.

Ukrainisches Innenministerium über Separatisten

„Blutrünstiger Abschaum hat uns mit Raketen angegriffen“

Ukrainisches Innenministerium über Separatisten : „Blutrünstiger Abschaum hat uns mit Raketen angegriffen“

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KiewDie prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine haben die Streitkräfte nach Regierungsangaben mit Artilleriewaffen beschossen. Bei dem Angriff mit Raketenwerfern seien mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden, sagte ein Berater des Innenministeriums am Freitag. Die Zahl der Opfer könne noch steigen. Sollte sich dies bestätigen, wäre es der verlustreichste Angriff der Rebellen seit dem Ende der von Präsident Petro Poroschenko einseitig verkündeten Waffenruhe am 30. Juni. Eine Antwort auf den „terroristischen Akt“ werde nicht lange auf sich warten lassen, kündigte der Ministeriumsberater an, der die Separatisten als „blutrünstigen Abschaum“ bezeichnete.

Die Aufständischen bekannten sich zu dem Angriff. Das Militär sei mit dem sowjetischen Mehrfachraketenwerfersystem BM-21 „Grad“ (Hagel) beschossen worden, teilten die militanten Gruppen mit. Sie kündigten weitere Attacken auf die Regierungseinheiten an. Bei einem zweiten Raketenwerferangriff bei Lugansk starben weitere vier Grenzsoldaten.

Ukraines Präsident droht Rebellen drastische Vergeltung an
Derweil hat Poroschenko hat den prorussischen Separatisten drastische Vergeltung für einen Raketenwerfer-Angriff auf die Regierungstruppen angedroht. Für jeden getöteten ukrainischen Soldaten würden die Rebellen mit Hunderten ihrer Leute zahlen, erklärte Poroschenko am Freitag auf seiner Internetseite. „Kein einziger Terrorist werde seiner Verantwortung entgehen.“

Bei dem Angriff sollen nach Angaben aus dem Innenministerium mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden sein. Eine Antwort auf den "terroristischen Akt" werde nicht lange auf sich warten lassen, kündigte ein Ministeriumsberater an, der die Separatisten als "blutrünstigen Abschaum" bezeichnete.

Die Regierungstruppen gehen mit einer abstimmten Offensive von Armee und Truppen des Innenministeriums gegen die Separatisten vor, die im Gebiet von Donezk, Luhansk und Slawjansk "unabhängige Volksrepubliken" ausgerufen hatten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte Poroschenko am Donnerstagabend in einem Telefonat, "bei seinem legitimen Vorgehen gegen die Separatisten Verhältnismäßigkeit zu wahren und die die Zivilbevölkerung zu schützen".

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Poroschenko hatte nach der Rückeroberung von Slawjansk seinem Militär den Befehl erteilt, jetzt nicht nachzulassen und zügig auch Donezk und Luhansk einzunehmen. Von einer Waffenruhe war nach den Erfolgen der Regierungstruppen keine Rede mehr.

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