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14.01.2011

12:24 Uhr

Prostitutionsaffäre

Italiens Justiz nimmt Berlusconi in die Zange

Gegen Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi wird nach Medienberichten jetzt auch wegen Amtsmissbrauchs und eines Prostitutionsdelikts mit einer Minderjährigen ermittelt. Erst gestern hatte das italienische Verfassungsgericht Berlusconis Immunitätsgesetz einkassiert - und ihn damit politisch geschwächt.

Marokkanerin Ruby: Gast bei einer Party in Berlusconis Villa dpa

Marokkanerin Ruby: Gast bei einer Party in Berlusconis Villa

HB MAILAND. Der Mailänder "Corriere della Sera" berichtete am Freitag auf seiner Website über den Fall. Dabei gehe es um den Fall der damals 17- jährigen Ruby vom vergangenen Herbst. Sie soll von Berlusconi persönlich vor dem Gefängnis bewahrt worden sein. Der 74-Jährige soll nach bisherigen Erkenntnissen selbst keinen Sex mit ihr gehabt haben, doch wird gegen Freunde von ihm in dem Zusammenhang wegen Beihilfe zur Prostitution ermittelt.

In Mailand waren nach den Berichten am Freitag Durchsuchungen bei einer Regionalberaterin im Gange, die zusammen mit Berlusconi und dessen Freunden Lele Mora und Emilio Fede in den Fall verwickelt sein soll. Die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt im "Fall Ruby". Die heute 18-jährige Marokkanerin Ruby war wegen Diebstahls festgenommen worden. Angeblich soll Berlusconi bei seinem direkten Bemühen um ihre Freilassung gesagt haben, es handele sich bei dem Mädchen um eine Nichte des ägyptischen Staatschefs Husni Mubarak. Wie es hieß, war sie mit anderen jungen Frauen zu Partys in Berlusconis Villa geladen.

Erst gestern hatte das italienische Verfassungsgericht verfügt, dass das von Berlusconi initiierte Gesetz zum Schutz von Regierungsmitgliedern vor Strafverfolgung in wichtigen Punkten nicht mit der Verfassung vereinbar sei. Damit kann Italiens Ministerpräsident wegen Korruption und Betrugs vor Gericht gestellt werden. Über die Eröffnung eines Verfahrens müsse der einzelne Strafrichter von Fall zu Fall entscheiden. Kritiker sahen durch das Gesetz das Prinzip der Gleichbehandlung aller Bürger verletzt. Berlusconi hatte bereits vor dem Urteilsspruch verkündet, er sehe die Stabilität seiner Regierung in keinem Fall in Gefahr.

Das Verfassungsgericht war von Richtern aus Mailand angerufen worden. Dort sieht sich Berlusconi drei Verfahren im Zusammenhang mit seinem Medienimperium Mediaset gegenüber. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, seinen Anwalt David Mills mit 600 000 Dollar bestochen zu haben, um diesen zu einer Falschaussage zu bewegen.

Kommentare (1)

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Zeitzeuge

15.01.2011, 13:12 Uhr

Theorie und Praxis: So geht es zu, wenn ein (theoretischer) Rechtsstaat von einer Verbrecherclique mit billigung der eigenen Wählerschaft "langzeitregiert" wird - und das in einem Staat, der Mitglied in der UN, der EU und dem Euro-Währungsverbund ist! Perverser gehts nicht? Doch doch, wir werden es erleben, die Coups aus dem Süden sind noch lange nicht zu Ende!

Gleichzeitig machen sich Merkel und Sarkozy für eine gemeinsame Wirtschaftregierung für Europa stark, welcher italien billionen an Staatsschulden, eine korrupte Wirtschaft, eine veraltete industrie und umfangreiche strukturschwache mafiabeherrschte Gebiete an den Hals hängen will. Dieses italien wird sich in der Praxis einen Scheißdreck darum scheren, was in brüssel an Unbequemlichkeiten beschlossen werden wird. Wir sind inzwischen im groß-europäischen irrenhaus gelandet, wo die Spitzbuben mit ihren Machenschaften immer besser zum Zuge kommen, denen die als geisteskrank einzustufenden an ihre Omnipotenz glaubenden bürokratiegläubigen Europa-Retter/innen und auf den Leim gehen. Lüge, betrug und Wahnsinn wachsen täglich, nur will keiner was davon wissen, schon gar nichts dagegen tun! Ekelhaft!

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