Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.02.2012

07:43 Uhr

Protest auch in USA

Erneut Selbstverbrennung eines Tibeters

Proteste von Tibet-Aktivisten überschatten den Besuch des künftigen chinesischen Führers Xi Jinping in den USA. Erneut zündete sich in Südwestchina ein tibetischer Mönch selbst an.

Tibeter protestieren in Washington. AFP

Tibeter protestieren in Washington.

Peking/WashingtonErneut hat sich in Südwestchina ein junger tibetischer Mönch aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über die Tibeter angezündet. Die neue Selbstverbrennung passierte nur einen Tag vor dem Treffen des chinesischen Vizepräsidenten Xi Jinping mit US-Präsident Barack Obama an diesem Dienstag in Washington. Der USA-Besuch des chinesischen Spitzenpolitikers, der im Herbst zum neuen Parteichef aufsteigen soll, ist überschattet von Protesten gegen das chinesische Vorgehen gegen die Tibeter.

Nach amerikanischen Angaben sollen die „großen Sorgen“ der USA über die Lage der Tibeter bei den Gesprächen des kommenden chinesischen Führers in Washington eine Rolle spielen. Aktionsgruppen appellierten an die US-Regierung, sich bei Xi Jinping für eine Wende in der chinesischen Tibet-Politik einzusetzen. Aktivisten enthüllten am Montag ein riesiges Banner mit der Aufschrift „Xi Jinping: Tibet wird frei“ an der Arlington-Memorial-Brücke über den Potomac.

Bei der neuen Selbstverbrennung habe sich der 19-jährige Lobsang Gyatso aus dem Kirti Kloster am Montag auf der Hauptstraße von Aba (Provinz Sichuan) mit Benzin übergossen und angezündet, berichteten exiltibetische Quellen und die Aktionsgruppe International Campaign for Tibet (ICT). Sein Schicksal sei ungeklärt. Der 19-Jährige, der als guter Student beschrieben wurde, habe noch Parolen gegen die chinesische Regierung gerufen.

Chinesische Sicherheitskräfte hätten die Flammen gelöscht und ihn dabei „schwer geschlagen“. Dann sei der 19-Jährige weggebracht worden. Zwei Tibeter, die dem jungen Mönch noch helfen wollten, seien ebenfalls geschlagen worden. Einer sei mit Hilfe anderer Tibeter entkommen, während der andere am Kopf und Arm blutend abgeführt worden sei, berichtete die exiltibetische Webseite phayul.com.

Seit den schweren Unruhen der Tibeter 2008 ist die Lage in den tibetisch bewohnten Regionen Chinas angespannt. Tibeter beklagen Festnahmen, Unterdrückung und scharfe Sicherheitsmaßnahmen. Empörung löst auch immer wieder die „patriotische Erziehungskampagne“ aus, denen sich tibetische Mönche zwangsweise unterziehen müssen. Die Kontrolle über die Klöster wurde verschärft.

Aus Protest gegen das chinesische Vorgehen haben sich seit einem Jahr schon mehr als 20 Tibeter selbst verbrannt. Die exiltibetische Regierung im indischen Dharamsala sieht darin ein Zeichen wachsender Verzweiflung. Erst am Samstag war eine 19-jährige Nonne bei einer Selbstverbrennung in Aba (tibetisch: Ngaba) ums Leben gekommen. Wie Aktionsgruppen berichteten, sind die Sicherheitsvorkehrungen noch verschärft worden. Chinesische Sicherheitskräfte kontrollierten und durchsuchten Tibeter an Straßensperren in der Stadt.

Die Nachricht von der neuen Selbstverbrennung fiel auch zusammen mit den Gesprächen von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Dienstag auf dem EU-China-Gipfel in Peking. Ob die Lage der Tibeter dabei angesprochen wurde, war zunächst unklar.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Religionmachtblind

14.02.2012, 11:55 Uhr

Ich war schon einmal in Tibet (vor 2008). Dieses ganze FreeTibet getrolle ist so etwas von Unverständlich. Der Dalai Lama hat Tibet ausgebeutet wie früher die Kirche hier. Der Pöbel wurde ausgebeutet für irgendwelche heilsversprechen. Die unterste Schicht waren nach heutigen Maßstäben Sklaven. Frauen sind nach der Buddhistischen Lehre nichts wert.
Unter dem aktuellen Dalai Lama sind Sklaven gehalten worden und viele Menschen sind an Mangelernährung gestorben. Doch leider wie bei so vielen religiös verblendeten Menschen setzt der Verstand aus, wenn er dringend benötigt würde.
Diktatur, Sklavenhaltung, Ausbeutung der Frauen und keine Bildung auf der einen Seite. Kommunistische Diktatur, Bildung für alle und ein voller Magen auf der anderen Seite.
Seit Tibet wieder zu China gehört geht es der dortigen Bevölkerung viel besser.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×