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10.04.2006

09:04 Uhr

Protest

Wirbel um möglichen WM-Besuch Ahmadinedschads

Der iranische Präsidente Mahmud Ahmadinedschad sorgt für Aufregung: Angeblich will er zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Deutschland einreisen. Politiker aller Couleur sind entsetzt.

Ein mögliche WM-Visite des iranischen Präsidenten löst schon im Vorfeld heftige Diskussionen aus. Foto: dpa dpa

Ein mögliche WM-Visite des iranischen Präsidenten löst schon im Vorfeld heftige Diskussionen aus. Foto: dpa

HB BERLIN. Der SPD-Außenexperte Hans-Ulrich Klose forderte laut „Bild“-Zeitung: „Herr Ahmadinedschad soll gefälligst zu Hause bleiben“. Der CSU-Abgeordnete Eduard Lintner sagte: „Es wäre mir lieber, er kommt nicht“. Der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden sagte dem Blatt, Ahmadinedschad solle sagen, ob er überhaupt kommen wolle.

„Falls ja, wird er angesichts seiner unerträglichen Äußerungen eine angemessene Antwort bekommen“, wurde von Klaeden zitiert. Der FDP-Innenexperte Max Stadler sagte der Berliner „Tageszeitung“, Ahmadinedschad sei natürlich nicht willkommen. „Ihm die Einreise zu verweigern, sei jedoch unangemessen“, fügte er hinzu. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy nannte den iranischen Präsidenten im selben Blatt einen „Antisemiten übelster Sorte“. Es gebe allerdings keine rechtliche Möglichkeit, ihm die Einreise zu verweigern.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte am Wochenende erklärt, dass zu einem möglichen Besuch Ahmadinedschads bereits diplomatischer Gespräche mit dem Iran liefen und erklärt, dass der Präsident grundsätzlich wie jedes andere Staatsoberhaupt kommen könne. Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hatte den iranischen Präsidenten sogar willkommen geheißen. Ahmadinedschad hatte den Holocaust als Märchen bezeichnet und gefordert, Israel von der Landkarte zu radieren.

Exil-Iraner drohten unterdessen mit Massenprotesten. Der Vorstand der Liga zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran, Mahmoud Rafi, sagte laut „Bild“, es werde riesige Demonstrationen gegen den Staatschef geben.

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