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01.06.2011

12:47 Uhr

Proteste

Bahrain hebt Ausnahmezustand auf

Die Panzer verlassen die Straßen, der Ausnahmezustand in Bahrain ist aufgehoben. Seit Beginn der Proteste gegen den König sollen mindestens 24 Menschen umgekommen sein. Der König spürte die Krise vor allem im Portmonee.

Soldaten halten die Demonstranten am Pearl Square in Manama in Schach. Den Panzer, der bei den Protesten im März zum Einsatz kam, schmückt das Bild des Königs. Quelle: Reuters

Soldaten halten die Demonstranten am Pearl Square in Manama in Schach. Den Panzer, der bei den Protesten im März zum Einsatz kam, schmückt das Bild des Königs.

ManamaIm arabischen Königreich Bahrain ist am Mittwoch der vor zweieinhalb Monaten verhängte Ausnahmezustand aufgehoben worden. Einwohner der Hauptstadt berichteten, die zuvor auf Straßen und Plätzen stationierten Panzer und Soldaten seien abgezogen worden. Einige Straßensperren der Polizei und der Nationalgarde seien jedoch geblieben. Eine gewisse Nervosität war nach Angaben von Augenzeugen jedoch immer noch spürbar. Einige Aktivisten hatten für diesen Mittwoch zu Protestdemonstrationen aufgerufen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte die Behörden davor, erneut mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. Nach offiziellen Angaben starben seit Beginn der Proteste am 14. Februar 24 Menschen, darunter vier Polizisten. Vier Aktivisten starben in Haft. Hunderte von mutmaßlichen Regimegegnern sollen festgenommen worden sein oder ihre Arbeit verloren haben. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte am Dienstag die Freilassung eines bahrainischen Mitarbeiters gefordert, der am 6. Mai inhaftiert worden war.

König Hamad bin Issa al-Chalifa hatte am Dienstag einen Dialog mit allen politischen Gruppierungen angekündigt. Die blutigen Proteste hatten dem Königreich wirtschaftlich sehr geschadet. Der Automobilverband FIA wird an diesem Freitag entscheiden, ob ein Formel-1-Rennen in Bahrain, das im Februar wegen der Unruhen abgesagt worden war, im Herbst nachgeholt wird oder nicht.

Die Demonstranten hatten im Februar zunächst mehr Macht für das gewählte Parlament gefordert. Als die Sicherheitskräfte den Lulu-Platz, auf dem die Protestbewegung eine Zeltstadt errichtet hatte, mit Gewalt räumte, eskalierte der Konflikt und die ersten Rufe nach einem Ende der Herrschaft der sunnitischen Al-Chalifa-Familie wurden laut. Die meisten Demonstranten gehören der schiitischen Bevölkerungsmehrheit an.

Von

dpa

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