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28.01.2011

18:53 Uhr

Proteste eskalieren

Für Ägyptens Präsident Mubarak wird die Luft dünn

Tote und Verletzte bei landesweiten Massenprotesten, Demonstrationen trotz Ausgangssperre, Parteizentrale in Flammen: Die Lage in Ägypten spitzt sich dramatisch zu. Friedensnobelpreisträger El Baradei steht unter Hausarrest. Auch in Tunesien und Jordanien wird demonstriert.

HB KAIRO/TUNIS/AMMANN. Die ägyptische Regierung versucht mit aller Härte, die Massenproteste zu zerschlagen, kann aber den Aufstand von mehr als hunderttausend Unzufriedenen nicht stoppen. Bei blutigen Zusammenstößen im ganzen Land sollen mindestens drei Menschen getötet und hunderte verletzt worden sein. Für die großen Städte Kairo, Suez und Alexandria ordneten die Behörden eine nächtliche Ausgangssperre an, Friedensnobelpreisträger Mohammed el Baradei wurde unter Hausarrest gestellt. Auch in Jordanien und Tunesien gab es am Freitag wieder Demonstrationen. Die Zuspitzung in Ägypten löste international Besorgnis aus.

In Kairo war am Freitag bereits von den heftigsten Protesten seit den Hungerrevolten im Jahr 1977 die Rede. Die Massen in Kairo, Alexandria und in anderen großen Städten forderten den vierten Tag in Folge Demokratie, bessere Lebensbedingungen und eine Ende der 30-jährigen Herrschaft Mubaraks. Die Polizei antworte mit Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen. Die Demonstranten warfen daraufhin Steine und zündeten Polizeireviere und Einsatzfahrzeuge an.

Auf Fernsehbildern des arabischen Senders Al-Dschasira war zu sehen, wie das Hauptquartier der herrschenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) in Kairo in Flammen stand. Zuvor hatten Demonstranten auch in Suez ein Parteigebäude in Brand gesteckt. Die Regierung hatte am Freitag schon vor Beginn der Kundgebungen das Internet und die meisten Mobiltelefon-Verbindungen gekappt.

Demonstranten versuchten zudem, das Außenministerium und das Gebäude des staatlichen Fernsehens zu stürmen. Wie der Nachrichtensender Al-Arabija am Freitagabend meldete, wurden sie jedoch von Sicherheitskräften daran gehindert. Mitglieder der Regierungspartei NDP sagten dem Sender, ein Teil der Demonstranten werde „von Elementen gesteuert, die diese Form der Sabotage geplant“ hätten.

Am Internationalen Flughafen von Kairo hieß es unterdessen, alle Flughafenmitarbeiter und Touristen, die zum Flughafen wollten, seien von der geltenden Ausgangssperre ausgenommen. Auch Reisende, die am Abend und in der Nacht in Kairo landen, dürften den Flughafen verlassen.

Kommentare (3)

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Markus

28.01.2011, 20:29 Uhr

Wäre doch ein Ding, wenn die tumbe deutsche bevölkerung endlich aufwachen würde und ihre korrupten,verlogenen und unfähigen Politiker zum Teufel jagen würden !
Aber das werde ich wohl LEiDER nicht erleben....wie gesagt - tumb :-(

Das Zeichen zum Aufstand war die Sofi am 04.01.2011

28.01.2011, 20:59 Uhr

Eine neue Ära kommt in fahrt, die Ära die schon oft auf der Welt gewesen ist und damals vor 71 Jahren.
Das ist erst der Anfang der großen Aktionen, wir werden alle und überall betroffen sein. Vielleicht ist es mal nötig, dem Menschen seine Grenzen aufzuzeigen!

Zukunft

28.01.2011, 21:01 Uhr

@ 1
Kommt besseres nach??

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