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25.03.2011

20:18 Uhr

Proteste eskalieren

Tote bei Demonstrationen in Syrien und Jordanien

In Syrien sind die Proteste erneut eskaliert. Nach Angaben der Opposition erschossen Sicherheitskräfte dutzende Demonstranten. Auch im sonst stabilen Nachbarland Jordanien gab es bei Protesten einen ersten Toten.

Die Protestwelle hat alle Teile des Landes erfasst: Syrier auf dem Weg zu Demonstrationen in Deraa. Quelle: Reuters

Die Protestwelle hat alle Teile des Landes erfasst: Syrier auf dem Weg zu Demonstrationen in Deraa.

Damaskus/Kairo/Amman In Syrien haben Sicherheitskräfte erneut auf demonstrierende Regierungsgegner geschossen und dabei nach unbestätigten Angaben mindestens 40 Menschen getötet. Oppositionelle Webseiten berichteten von brutalen Übergriffen der Polizei nach den Freitagsgebeten in mehreren Städten des Landes. In der Hauptstadt Damaskus lieferten sich Anhänger und Gegner von Staatspräsident Baschar al-Assad in einigen Vierteln Straßenschlachten.

Nach Angaben aus Oppositionskreisen wurden in der Stadt Al-Sanamien südlich von Damaskus 23 Regierungsgegner erschossen. Sie seien auf dem Weg in die Provinz Daraa gewesen, um die Demonstranten dort zu unterstützen. In der Stadt Daraa und den umliegenden Dörfern wurden am Freitag nach Angaben von Anwohnern zehn "Märtyrer" begraben, die am Mittwoch von der Polizei erschossen worden waren.

Unabhängige Angaben zur Zahl der Opfer des Zwischenfalls in Al-Sanamien lagen nicht vor. Die Opposition sprach auf ihren Websites von 140 Verletzten. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur dpa, er habe mehrere Verletzte gesehen. Die Opposition warnten Aktivisten in der Provinz Daraa davor, die Verletzten ins örtliche Krankenhaus zu bringen. Dieses werde von den Sicherheitskräften kontrolliert.

Proteste in ganz Syrien

Auch in anderen syrischen Städten gingen nach dem Freitagsgebet erneut Tausende von Menschen auf die Straße, um für Meinungsfreiheit und Demokratie zu demonstrieren. Dabei kam es zu nach Polizeiangaben zu den brutalen Polizeiübergriffen. In Daraa sollen zehn Regierungsgegner erschossen worden sein. Drei Tote wurden aus Syriens drittgrößter Stadt Homs gemeldet. In Latikia sollen zwei Menschen getötet worden sein. Nach Informationen des Senders Al-Arabija kam es landesweit erneut zu Festnahmen.

Warten auf Reformen

Die Präsidentenberaterin Buthaina Schaaban hatte am Donnerstag ein Reformpaket versprochen. Man wolle die Verabschiedung eines neuen Parteiengesetzes vorantreiben und die Beendigung des seit 1963 geltenden Ausnahmezustandes prüfen, sagte Schaaban. Außerdem solle es künftig keine willkürlichen Verhaftungen mehr geben.

Die Opposition reagierte skeptisch auf die Reformankündigung des Präsidenten.

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