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24.04.2011

17:09 Uhr

Proteste gegen Assad

Rückhalt von Syriens Staatschef bröckelt

Syriens Staatschef Baschar al-Assad setzt im voll entbrannten Machtkampf auf Gewalt und verliert zusehends an Rückhalt in den eigenen Reihen. Die Opposition stellt nun die Machtfrage.

Ein Demonstrant nutzt ein Porträt von Syriens Präsident Assad als Fußabtreter. Mit der Eskalation der Gewalt des Regimes hat sich die Opposition radikalisiert - und fordert Assads Rücktritt. Quelle: dapd

Ein Demonstrant nutzt ein Porträt von Syriens Präsident Assad als Fußabtreter. Mit der Eskalation der Gewalt des Regimes hat sich die Opposition radikalisiert - und fordert Assads Rücktritt.

AmmanNachdem allein in den vergangenen beiden Tagen 112 Menschen ums Leben kamen, verschärften die Demonstranten ihren Ton und verlangten nicht mehr nur Reformen sondern direkt den Rücktritt von Assad. Zudem sieht sich Assad verstärkter Kritik aus dem Westen ausgesetzt.

„Freitag war der Wendepunkt“, sagte Aktivist Amar Kurabi der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung habe den Reform-Test nicht bestanden und das syrische Volk verliere die Geduld. „Alles, was das Volk jetzt noch will, ist der Sturz des Regimes.“ Auf einem Beerdigungszug in südlichen Nawa riefen die Teilnehmer am Sonntag: „Lang lebe Syrien. Nieder mit Baschar!“

Die Demonstrationen am Wochenende erfassten erneut fast das ganze Land. Menschen gingen etwa in Latakia, Homs, Hama oder Damaskus auf die Straße. In der Stadt Dschabla wurde Menschenrechtlern zufolge ein Zivilist durch Sicherheitskräfte getötet. Reformen seien nicht mehr der richtige Weg, sagte ein Aktivist. Er bereue jede Minute, in der er daran geglaubt habe.

Noch am Freitag hatte die Opposition in einer Resolution ein Ende des Machtmonopols der Baath-Partei, ein demokratisches System und die Freilassung politischer Gefangener gefordert.

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Am Freitag erschossen regierungstreue Heckenschützen nach Angaben der Opposition mindestens 100 Menschen. Am Samstag erschossen Assads Sicherheitskräfte zwölf Teilnehmer von Trauerzügen, die den am Vortag getöteten Demonstranten die letzte Ehre erweisen wollten. Damit sind seit dem Ausbruch der Proteste vor fünf Wochen rund 350 Menschen ums Leben gekommen.

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