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30.09.2013

21:56 Uhr

Proteste gegen neues Gesetz

Ungarn droht Obdachlosen mit Gefängnisstrafe

Ungarn will sein touristisches Bild aufpolieren und sagt Obdachlosen den Kampf an. Ein neues Gesetz droht sogar mit Gefängnisstrafen. Vor dem Parlament gab es die ersten Proteste gegen den „unmenschlichen“ Erlass.

Schätzungen nach leben in Budapest 8000 bis 10 000 Obdachlose. Laut einem neuen Gesetz dürfen sie sich nun nicht mehr an bestimmten Plätzen der Stadt aufhalten. Reuters

Schätzungen nach leben in Budapest 8000 bis 10 000 Obdachlose. Laut einem neuen Gesetz dürfen sie sich nun nicht mehr an bestimmten Plätzen der Stadt aufhalten.

BudapestObdachlose sollen in Ungarn demnächst mit Freiheitsentzug bestraft werden können, wenn sie sich an bestimmten öffentlichen Orten aufhalten. Dieses umstrittene Gesetz beschloss das ungarische Parlament auf Initiative von Innenminister Sandor Pinter mit der Zweidrittelmehrheit der rechtsnationalen Regierungspartei FIDESZ am Montagabend. Die linken und liberalen Oppositionsparteien riefen Staatspräsident Janos Ader auf, gegen das Gesetz Veto einzulegen. Vor fast einem Jahr hatte das Verfassungsgericht eine ähnliche Regelung gekippt. Daher änderte das Parlament im März dieses Jahres die Verfassung, um diese dennoch durchsetzen zu können.

Demnach sollen sich Obdachlose prinzipiell nicht an Orten aufhalten dürfen, die zum ungarischen Weltkulturerbe gehören. Darüber hinaus dürfen die Kommunen nach eigenem Ermessen Zonen bestimmen, in denen Obdachlosen der Aufenthalt verboten ist. Verstöße können mit Arbeit für das Gemeinwohl oder einer Geldbuße geahndet werden. Wiederholungstätern droht eine Gefängnisstrafe.

Die sozialistische Oppositionspartei MSZP beklagte, dass nunmehr die Obdachlosen durch dieses „unmenschliche“ Gesetz von den Behörden „gejagt“ werden könnten, ohne irgendeine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben. Das neue Gesetz diene nur dazu, zu verhindern, dass der Anblick dieser Menschen die „Erfolgspropaganda“ der Regierung störe.

Vor dem Parlament demonstrierten hunderte Ungarn gegen das Gesetz. Sie folgten einem Aufruf der Facebook-Gruppe „A varos mindenkie“ („Die Stadt gehört allen“), die Obdachlose ins Leben gerufen haben.

Allein in Budapest leben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen 8000 bis 10 000 Obdachlose. Für diese stehen fast 6000 Plätze in Heimen zur Verfügung. Die Regierung hingegen erklärte, es gebe Heimplätze für alle Obdachlosen, die vorhandenen Kapazitäten würden nicht vollständig genutzt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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mimikri

30.09.2013, 23:19 Uhr

Ungarn diese verlogene Land!!!

Die jungen Mädchen müssen in Deutschland anschaffen gehen, weil sie daheim keine oder nur sau schlecht bezahlte Arbeite bekommen, egal was sie studiert oder gelernt haben.

Ein Schandfleck in Europa!!!

orakel

01.10.2013, 00:41 Uhr

Wenn man sich in Ungarn all die neuen Gesetze und die geänderten Rahmenbedingungen anschaut, sieht wer wen kontrolliert bzw. ernennt.............

dann muß man feststellen: UNGARN IST EINE DIKTATUR GEWORDEN.

In Ungarn werden ausländische Firmen abgezockt bis zu
geht nicht mehr. Gerupft wie Weihnachtsgänse.

Und die EU schaut tatenlos zu.

Dabei könnte man den ungarischen Möchtegern-Napoleon
ganz einfach mit einem Handelsboykott in die Knie zwingen.

Account gelöscht!

01.10.2013, 08:14 Uhr

Ungarn wird diktatorisch regiert, das ist das Problem.

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