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03.04.2011

15:58 Uhr

Proteste im Nahen Osten

Demonstranten trotzen der Staatsgewalt

Auf den Straßen von Damaskus und Amman wird weiter protestiert. Die Machthaber reagieren mit Gewalt - und gehen mit gepanzerten Fahrzeugen und scharfer Munition gegen die eigene Bevölkerung vor.

Im Jemen protestieren die Menschen gegen die Staatsgewalt. Quelle: dpa

Im Jemen protestieren die Menschen gegen die Staatsgewalt.

Amman/SanaaDie Menschen im Nahen Osten lassen sich nicht von ihrer Forderung nach Freiheit abbringen. 

Im Jemen, in Syrien und im Sultanat Oman setzten Tausende am Wochenende ihre Proteste fort. Dabei wurden im Jemen nach Angaben von Medizinern zwei Menschen getötet. Insgesamt zehn Menschen seien von Schüssen getroffen und mehr als 100 verletzt worden, sagte ein Arzt in der Stadt Tais südlich der Hauptstadt Sanaa. Die Polizei ging am Sonntag mit scharfer Munition, Tränengas und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. 

„Gepanzerte Fahrzeuge und Panzer haben uns eingekesselt“, sagte der Demonstrant Buschra al-Maktari in Tais. „Sie haben drei Stunden lang versucht, unseren Protest zu beenden.“ 

Präsident Ali Abdullah Saleh rief die Opposition zum Ende der Protestaktionen auf. Er sei zum Machtwechsel bereit, dieser müsse aber friedlich sein und sich im Rahmen der Verfassung bewegen, erklärte er am Samstag bei einer Massenkundgebung von Anhängern in der Hauptstadt. Zu einem neuen Vorschlag der Opposition für einen geordneten Übergang äußerte sich Salehs Lager zunächst nicht. Der mehrere Punkte umfassende Katalog liege nicht vor, hieß es lediglich. Salehs Gegner schlagen die Einsetzung eines Vizepräsidenten vor, der die Befugnisse des langjährigen Staatschefs übernehmen soll. Außerdem sollen eine Regierung der nationalen Einheit gebildet und Wahlen vorbereitet werden. 

In einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus nahmen Augenzeugen zufolge am Sonntag Tausende Demonstranten an der Beerdigung von acht Mitstreitern teil, die bei Protesten am Freitag getötet worden waren. „Freiheit, Freiheit“, riefen sie, während sie die in syrische Fahnen gehüllten Leichen zum Friedhof von Duma begleiteten. „Das syrische Volk ist eins.“ „Duma kocht“, sagte einer der Aktivisten. „Die Männer hier stellen fest, dass sie sich zu Hause verstecken, während ihre Frauen auf die Straße gehen und festgenommen werden.“ 

In der Nacht brachte die Sicherheitspolizei rund 50 Verletzte in den Ort zurück, der etwa 15 Kilometer nördlich vom Zentrum der Hauptstadt Damaskus liegt. Nach den Freitagsgebeten waren in mehreren Städten Tausende Demonstranten auf die Straße gezogen und hatten ein Ende der Korruption unter der autoritären Regierung von Präsident Baschar al-Assad gefordert.

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