Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.12.2015

14:43 Uhr

Proteste in Äthiopien

Menschenrechtler beklagen 75 getötete Demonstranten

Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba soll vergrößert werden. Viele Anwohner der umliegenden Regionen fürchten Enteignungen – und protestieren dagegen. Die Regierung spricht von „Terrorismus“ und greift hart durch.

Erst im Mai hatten die Äthiopier eine neue Regierung gewählt. dpa

Wahl in Äthiopien

Erst im Mai hatten die Äthiopier eine neue Regierung gewählt.

Addis AbebaBei Protesten in Äthiopien haben Sicherheitskräfte einer Menschenrechtsorganisation zufolge seit Monatsbeginn mindestens 75 Menschen getötet. Die Proteste in der Region Oromo rund um Addis Abeba richten sich primär gegen die Erweiterungspläne der Hauptstadt und deshalb drohende Enteignungen.

Die seit drei Wochen andauernden Proteste, die keinen klaren Anführer haben, haben sich auf mehr als hundert Orte ausgebreitet. Die Regierung des ostafrikanischen Landes spricht von Terrorismus und greift mit harter Hand durch.

„Die Bezeichnung von hauptsächlich friedlichen Demonstranten als Terroristen und der Einsatz des Militärs ist eine gefährliche Eskalation dieser volatilen Lage“, erklärte Leslie Lefkow, die stellvertretende Afrika-Direktorin von Human Rights Watch, am Samstagmorgen.

Die Regierung spricht bislang von nur fünf Todesopfern. Eine Oppositionsgruppe, der Oromo-Volkskongress, sprach jedoch bereits am Freitag von mindestens 70 Toten. Der Oromo-Anführer Bekele Gerba sagte, die Frustration der Menschen habe sich angesichts des repressiven Systems und der Armut über die Jahre aufgebaut. Meinungsfreiheit und Opposition werden in Äthiopien unterdrückt. Die Regierungsparteien halten 100 Prozent der Parlamentssitze.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×