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26.02.2012

11:34 Uhr

Proteste in Afghanistan

Sorge um Sicherheit der deutschen Soldaten

Die Lage in Afghanistan spitzt sich offenbar weiter zu. Die Bundeswehr ist besorgt um die Sicherheit der eigenen Soldaten. Einen fluchtartigen Abzug lehnen Politiker allerdings ab.

Deutscher Soldat in der Stadt Talokan, westlich von Kundus. Am Donnerstag hat die Bundeswehr ihren Stützpunkt in Talokan wegen der Proteste vorzeitig geräumt. Reuters

Deutscher Soldat in der Stadt Talokan, westlich von Kundus. Am Donnerstag hat die Bundeswehr ihren Stützpunkt in Talokan wegen der Proteste vorzeitig geräumt.

Kabul/KundusDie Bundeswehr in Afghanistan hat sich „bestürzt“ über die jüngsten Ausschreitungen mit zahlreichen Toten im Land gezeigt. Auch im deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans war es am Samstag erneut zu Demonstrationen gekommen, bei denen allein in Kundus mindestens drei Menschen ums Leben kamen. Daher wurde die für Sonntag im großen Rahmen geplante Übergabe des Regionalkommandos Nord von Generals Markus Kneip auf General Erich Pfeffer deutlich zusammengestrichen und andere ursprünglich geladene Kommandeure in ihren Einheiten belassen.

„Vor dem Hintergrund der derzeit nicht berechenbaren Lage sind alle Verantwortungsträger in der Wahrnehmung ihrer Aufgabe in ihrem Arbeits- oder Verantwortungsbereich gefordert“, heißt es in einem von Kneip und Pfeffer gemeinsam unterzeichneten Schreiben.

In Afghanistan kommt es seit Dienstag täglich zu gewaltsamen Protestdemonstrationen, nachdem US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Exemplare verbrannt hatten. Eine Entschuldigung von US-Präsident Barack Obama konnte die Gewalt nicht eindämmen. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden bislang mindestens 28 Menschen getötet.

Angesichts der Gewaltakte fürchten der Bundeswehrverband und der Reservistenverband um die Sicherheit deutscher Soldaten am Hindukusch. Der Präsident des Reservistenverbandes, der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, äußerte im Deutschlandradio Kultur Verständnis für die Entscheidung der Bundeswehr, ihre Lager in Talokan angesichts drohender Unruhen vorzeitig zu räumen.

„Ich glaube, es ist schon ein symbolischer Akt, der missverstanden werden kann, aber ich halte es für wichtig, dass die Bundeswehr sich nun mehr um die Sicherheit der eigenen Soldaten kümmert“, sagte Kiesewetter. Dabei dürfe allerdings nicht der Eindruck entstehen, „es müssen nur ein paar Steinewerfer kommen, und schon zieht sich die internationale Gemeinschaft zurück“, meinte der CDU-Politiker.

Der Bundeswehrverband lehnte trotz der jüngsten Entwicklung einen vorzeitigen Truppenabzug aus Afghanistan ab. Zwar sei die Sicherheitslage nach wie vor sensibel und könne jederzeit kippen. „Sie ist aber grundsätzlich nicht anders als vor den Unruhen. Aus diesem Grund werden die zwischen den Verbündeten verabredeten Abzugsplanungen weiter verfolgt“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch der „Passauer Neuen Presse“

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

25.02.2012, 13:59 Uhr

Traurig! Tote, weil Papier verbrannt wurde. Natürlich war es eine riesige Dummheit, wegen der Empindlichkeit der Massen beim Entsorgen von Müll nicht darauf zu achten, dass dort Exemplare des Koran entsorgt wurden. Dennoch sollte man das ganze auch objektiv beurteilen: Diese Reaktionen sind wie immer in solchen Fällen nicht angemessen.
Würden Christen weltweit genau so reagieren, wenn eine Bibel entsorgt würde oder christliche Gemeinschaften verfolgt würden, hätten wir schon längst einen dritten Weltkrieg! Hier werden von Geburt an Verhaltensweisen verwurzelt, um bei Bedarf eigentlich unschuldige Massen im Machtpoker zu missbrauchen und gezielt als Waffe einzusetzen. Natürlich war das im Christentum des Mittelalters nicht anders. Wie kann man dem begegnen, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen? Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung. Mittlerweile glaube ich nicht, dass das überhaupt möglich ist. Voraussetzung dafür wäre eine oberste islamische Autorität als Ansprechpartner. Leider gibt es so etwas nicht, und aufgrund der Zertrittenheit der einzelnen Richtungen ist das auch nicht zu erwarten. Und so lange kann jeder Möchtegerndiktator die Menschenmassen zu seinem persönlichen Vorteil ausnutzen.
Wenn ich bedenke, wie sich diese Konflikte in Europa im Dreißigjährigen Krieg entladen haben, kann einem aufgrund der heutigen militärischen Möglichkeiten nur angst und bange werden.

PRhodan

25.02.2012, 14:32 Uhr

Die US-Armee ist eine Berufsarmee. Wer geht dort hin? In der breiten Masse die Ungebildeten, die sonst am Arbeitsmarkt wenig Chancen haben. Man darf sich eigentlich nicht wundern, wenn immer wieder Dinge wie jetzt oder damals im Irak passieren. Afghanistan ist genauso wenig zu retten wie Griechenland.

Account gelöscht!

25.02.2012, 14:37 Uhr

Das Problem ist: der Islam ist keine Religion. Er ist eine Gesellschaftsordung die keine Trennung zwischen Staat und Kirche kennt. Deren ach sooo "heilige Schrift" ist unveränderlich, also nicht reformierbar und enthält sehr viele konkrete Aufforderungen zum Töten. Nicht nur "Ungläubige" sondern auch allen die sich von dieser Theokratie abwenden. Selbst abgesehen von den dort festgeschriebenen Frauenrechten (Tiere haben mehr Rechte!) ist der Koran völlig inkompatibel mit unserem GG. In den Moscheen, den Versammlungslokalen dieser staatszersetzenden Gesellschaftsordnung unter dem Deckmantel von Religion werden Schriften verteilt die im krassen Gegensatz zu unserem Rechtssystem stehen. Aber wer kümmert sich darum? Frau Merkel sagte kürzlich "die Demokratie lebt vom Hinsehen". Die Merkelsche Wirklichkeit findet man leider in den Kommentaren bei

www.dialog-ueber-deutschland.de/ql?cms_idIdea=309

Sogar Mustafa Kemal Atatürk sagte: Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen, ist eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet

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