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28.02.2011

10:08 Uhr

Proteste in China

"Jasmin-Bewegung" gewinnt an Fahrt

Trotz massiver Sicherheitsmaßnahmen und Repressalien gegen Aufständische scheint sich die Protestbewegung in China auszuweiten. Inzwischen seien bis zu 100 Städte betroffen. Die Organisatoren rufen zu neuen Aktionen auf.

Die Haupteinkaufsstraße Wangfujing in Peking: Am Sonntag hat ein massives Sicherheitsangebot geplante Proteste verhindert. Quelle: dpa

Die Haupteinkaufsstraße Wangfujing in Peking: Am Sonntag hat ein massives Sicherheitsangebot geplante Proteste verhindert.

PekingDie unbekannten Organisatoren der Protestbewegung in China haben zu neuen „Spaziergängen“ am nächsten Sonntag aufgerufen. Trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen an diesem Wochenende, die mögliche Proteste in zwei Dutzend Städten sofort im Keim erstickten, hieß es in einer Erklärung im Internet, die Aktionen hätten „unsere anfänglichen Erwartungen bei weitem überstiegen“.

Die Organisatoren gaben an, ihre „Jasmin-Bewegung“ habe sich in 100 Städte ausgebreitet, wofür es allerdings keinerlei Bestätigung gab. Auch verurteilten sie die Festnahmen unschuldiger Menschen. Wer hinter der über soziale Netzwerke verbreiteten Erklärung steckte, blieb unklar.

Der neue Aufruf wurde unter anderem von dem im Exil lebenden Bürgerrechtler Wang Juntao über Twitter verbreitet. Er gilt als einer der „Hintermänner“ der 1989 blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung und durfte 1994 auf Druck der USA ausreisen.

Chinas Staatsmedien verschwiegen die Zwischenfälle zwischen Sicherheitskräften und ausländischen Journalisten am Sonntag in Peking. Die Zensur des Internets wurde noch verschärft. Auch nur ansatzweise politische Kommentare oder vage Hinweise von Internetnutzern auf die Innenstadt oder Blumen wurden sofort gelöscht. In chinesischen Mikroblogs waren Suchwörter wie der Name der bekannten Einkaufszeile Wangfujing, „Jasmin“, „Revolution“ oder „Versammlung“ gesperrt.

In der Haupteinkaufsstraße Wangfujing hatte am Sonntag ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften geplante Proteste verhindert. Dabei waren mehr als ein Dutzend ausländische Journalisten zum Teil gewaltsam abgeführt worden.

Von

dpa

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