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15.09.2012

13:16 Uhr

Proteste in der Arabischen Welt

Polizei verhört mutmaßlichen Mohammed-Regisseur

Sein Video führte in der Arabischen Welt zu Proteststürmen, nun wird der mutmaßliche Macher von US-Beamten verhört. Unterdessen hat sich die Lage in vielen Ländern beruhigt – trotz weiterer Anstachelung durch Al-Kaida.

Polizei vernimmt Schmähfilm-Regisseur

Video: Polizei vernimmt Schmähfilm-Regisseur

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Los Angeles/Istanbul/Kairo/DubaiDer mutmaßliche Macher des islamfeindlichen Videos, das in der arabischen Welt in den vergangenen Tagen zu heftigen Protesten und Gewalt führte, wird von der US-Polizei vernommen. Nach Angaben örtlicher Medien wurde Nakoula Besseley Nakoula am frühen Samstag von Polizisten aus seinem Haus im kalifornischen Cerritos abgeholt. Demnach trug der Mann einen Mantel, einen Hut, einen Schal und eine Brille. Es solle geprüft werden, ob er gegen Gesetze verstoßen habe. Seiner Vernehmung stimmte Nakoula demnach selbst zu.

Nakoula, der als Urheber des Films „Die Unschuld der Muslime“ gilt, ist nach eigenen Angaben ein 55-jähriger koptischer Christ. Am Freitag teilte er mit, die Veröffentlichung des Videos nicht zu bereuen, sich angesichts der Angriffe auf westliche Einrichtungen in der arabischen Welt aber „schuldig“ zu fühlen. Einem Medienbericht zufolge befand sich Nakoula im Jahr 2009 wegen des Verdachts auf Sozialbetrug im Visier der US-Justiz. Laut einem anderen Medienbericht saß er auch schon ein Jahr im Gefängnis, nachdem Drogen bei ihm gefunden worden waren.

In dem mutmaßlich von Nakoula in den USA produzierten Amateurfilm wird der Prophet Mohammed verunglimpft. Bei einer Kundgebung gegen das Video attackierten Angreifer am Dienstag das US-Konsulat im libyschen Bengasi und töteten den US-Botschafter, drei weitere Diplomaten sowie libysche Sicherheitskräfte.

Nach den Freitagsgebeten war es in islamischen Ländern von Indonesien bis Tunesien zu gewaltsamen Protesten gegen den Film gekommen. Vor allem US-Botschaften, aber auch die deutsche und die britische Botschaft in der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurden attackiert. In Tunis, Tripoli und Khartum wurden mehrere Menschen getötet.

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Tausende sind in Kairo, Sanaa und Teheran auf der Straße und machen ihrer Wut Luft.

Kommentare (45)

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Ameise

15.09.2012, 13:41 Uhr

Islam ist Frieden.

Kowalski

15.09.2012, 14:01 Uhr

"Es solle geprüft werden, ob er gegen Gesetze verstoßen habe."
Es gibt keine Mitschuld in diesem Fall. Es gibt Mörder und es gibt einen Filmemacher, das sind zwei komplett verschiedene Dinge. Wer dem Regisseur eine Mitschuld gibt, könnte nach dieser Logik auch einem Vergewaltigungsopfer den wirklich sehr kurzen Rock vorwerfen, den es in der Tatnacht trug. Muss ja nicht sein, da draußen laufen doch so viele Verrückte herum, das weiß man doch. Dann sind aber die Verrückten das Problem und nicht der kurze Rock.

Account gelöscht!

15.09.2012, 14:17 Uhr

Vielleicht sollten die Araber mal anfangen selbst Verantwortung zu übernehmen und Kritik auf sich beziehen, statt überall die Religion vorzuschieben - wie ein Schutzschild.

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