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30.09.2014

04:46 Uhr

Proteste in Hongkong

„Die heutige Nacht ist die wichtigste“

Weitere Proteste in Hongkong, bisher friedlich: Gewappnet mit Regenschirmen und Mundschutz stellen die Demonstranten ein Ultimatum - und gehen davon aus, dass die Polizei vor dem Nationalfeiertag am Mittwoch eingreift.

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Proteste in Hong Kong belasten die Börsen

Video: Proteste in Hong Kong belasten die Börsen

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HongkongTausende Hongkonger haben am Dienstag den fünften Tag in Folge ihre Proteste fortgesetzt, um mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion zu fordern. Die Polizeikräfte hielten sich erkennbar zurück, um Konfrontationen zu vermeiden. Die Demonstrationen verliefen friedlich. Nachdem Zehntausende in der Nacht demonstriert hatten, dünnten sich die Demonstranten in den Straßen der asiatischen Wirtschafts- und Finanzmetropole am Morgen zunächst etwas aus. Viele hatten auf den Straßen campiert.

Nach Berichten in lokalen Medien setzten Studentenführer der Regierung ein Ultimatum. Sollten ihre Forderungen nach einem Rücktritt von Regierungschef Leung Chun-ying und einer Rücknahme der umstrittenen, nur begrenzten Wahlreform bis Mittwoch nicht erfüllt werden, wollten sie die Proteste noch ausweiten, hieß es.

Protest „auf unbestimmte Zeit“

Die Blockaden von Hauptverkehrsadern in Admiralty and Wan Chai am Finanzbezirk in Central auf der Insel Hongkong und in Mong Kok auf der gegenüber liegenden Halbinsel Kowloon dauerten am Morgen an. Schulen und Kindergärten in betroffenen Stadtteilen blieben geschlossen. Die Studenten setzen ihren Unterrichtsboykott fort.

Übernächtigte Demonstranten versicherten, nicht abziehen und den Protest „auf unbestimmte Zeit“ fortsetzen zu wollen. Einige Demonstranten errichteten Barrikaden und legten Vorräte an, um für längere Proteste gewappnet zu sein. Zwar hatte sich die Polizei nach den Krawallen des Vortages zurückgezogen. Viele Protestteilnehmer gingen jedoch davon aus, dass die Sicherheitskräfte vor dem Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei am Mittwoch die Straßen räumen werden.

Hongkonger Behörden: Polizei aus Protestbezirken abgezogen

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Nach Behördenangaben beruhigt sich die Lage in Hongkong: Am Wochenende war die Polizei mit Pfefferspray und Gummiknüppeln gegen Demokratie-Befürworter vorgegangen. Es handelt sich um die schwersten Krawalle seit langem.

"Wir bleiben heute Nacht hier", sagte eine 18-jährige Studentin. "Die heutige Nacht ist die wichtigste." Das eigentlich geplante Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag am Mittwoch, dem 65. Jahrestag der Gründung der kommunistischen Volksrepublik, wurde abgesagt. Am Donnerstag ist auch ein Feiertag, so dass sich an beiden Tagen noch mehr Menschen zu Demonstrationen versammeln könnten.

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