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09.10.2014

14:11 Uhr

Proteste in Hongkong

Regierung sagt Gespräche mit Demonstranten ab

Zu Hochzeiten waren 200.000 Menschen auf Hongkongs Straßen. Während die Pro-Demokratie-Bewegung zuletzt an Zulauf verlor, hoffen die Anführer nun auf ein Aufbäumen. Die Regierung geht indes auf Konfrontationskurs.

Einige Demonstranten blockieren große Teile der Straßen – und ziehen so den Ärger einiger Anwohner auf sich. dpa

Einige Demonstranten blockieren große Teile der Straßen – und ziehen so den Ärger einiger Anwohner auf sich.

HongkongDie Stadtregierung von Hongkong hat die mit führenden Mitgliedern der Demokratiebewegung geplanten Gespräche mangels Erfolgsaussichten abgesagt. Sie würden wahrscheinlich nicht konstruktiv sein, teilten Beamte am Donnerstag in Hongkong mit. Damit reagierte die Regierung auf die Ankündigung der Anführer der Bewegung für mehr Demokratie in Hongkong, sie wollten bei ausbleibenden Kompromissen mit der Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone ihre Proteste ausweiten. Die protestierenden Studenten wollten weitere Teile Hongkongs besetzen, sagte der Vorsitzende des Studentenverbands, Alex Chow, am Donnerstag. Ohne konkrete Angebote der Regierung werde sich „das Volk von Hongkong nicht zurückziehen“.

Nach tagelangen Massenprotesten der Demokratiebewegung war die Zahl der Demonstranten von zunächst 150.000 bis 200.000 auf zuletzt einige hundert zusammengeschrumpft. Im Vorlauf zu den nun geplatzten Gesprächen riefen die Pro-Demokratie-Demonstranten die Bevölkerung dazu auf, erneut lautstark auf die Straße zu gehen. Der Demonstrantenführer Chow rief auch Studenten dazu auf, weiterhin die Vorlesungen zu boykottieren. Denn die Vorgespräche mit Lam seien nicht sehr erfolgreich gewesen, da die Regierungsvertreterin kaum auf die Forderung nach wirklich freien Wahlen eingegangen sei.

Die Protestierenden fordern die Änderung einer von Peking beschlossenen Wahlreform. Diese sieht vor, dass die Bevölkerung Hongkongs im Jahr 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen darf, Peking will die Bewerber aber vorab auswählen. Die Demonstranten verlangen hingegen freie Wahlen.

„Die Regierung muss die Leute wissen lassen, ob es Hoffnung für die Hongkonger Demokratiebewegung gibt“, sagte Chow. Neben der Hong Kong Federation of Students, die Chow anführt, meldeten sich am Donnerstag auch die Organisationen Scholarism, Occupy Central With Love and Peace und oppositionelle Abgeordnete zu Wort. Sie wollten so Einigkeit demonstrieren und Kritik entgegen treten, dass sie alle unterschiedliche, nicht kompatible Ziele verfolgten.

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