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02.12.2013

09:21 Uhr

Proteste in Kiew

„In der Ukraine beginnt eine Revolution“

Die Opposition in Kiew will sich in ihrem Protest gegen Präsident Janukowitsch nicht beirren lassen. Sie ruft das Volk weiter auf die Straßen. Tausende harren die ganze Nacht in Zelten in der Hauptstadt aus.

Proteste in der Ukraine

Vitali Klitschko protestiert mit

Proteste in der Ukraine: Vitali Klitschko protestiert mit

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KiewBei erneuten Protesten in der Ukraine haben Tausende Oppositionsanhänger direkt im Regierungsviertel in Kiew den Rücktritt von Ministerpräsident Nikolai Asarow gefordert. Ein Amtsverzicht des engen Vertrauten von Staatschef Viktor Janukowitsch wäre ein „erster wichtiger Schritt“, sagte Arseni Jazenjuk von der Vaterlandspartei der inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Hunderte Demonstranten hielten am Montag weiter die Gewerkschaftszentrale und das Rathaus besetzt. Die Polizei rief die Oppositionsanhänger auf, die Gebäude unverzüglich zu räumen. Nach einer Massenkundgebung in Kiew mit gewalttätigen Ausschreitungen verbrachten tausende Regierungsgegner die Nacht zum Montag in Zelten auf dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt.

Am Sonntag hatten in der ukrainischen Hauptstadt schätzungsweise bis zu 500 000 Menschen Janukowitschs Rücktritt sowie einen Westkurs ihres Landes gefordert. Allerdings kam es am Rande der Kundgebung zu schweren Zusammenstößen von Randalierern mit der Polizei. Der für die Nachbarschaftspolitik zuständige EU-Kommissar Stefan Füle forderte einen sofortigen Dialog für eine friedliche Lösung.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen forderte von Regierung und regierungskritischen Demonstranten, auf Gewalt zu verzichten. „Gewalt und Macht sind in einer demokratischen Gesellschaft keine Wege zur Beendigung politischen Streits“, heißt es in einer am Sonntagabend in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Rasmussen betonte, es sei „das Recht des Volkes, überall seine Ansicht in demokratischer Weise auszudrücken“.

Sicherheitskräfte setzten am Sonntag massiv Tränengas und Blendgranaten ein. Dabei seien insgesamt mindestens 150 Menschen verletzt worden, darunter auch Journalisten, teilten die Behörden der Ex-Sowjetrepublik mit. Fast 50 Sicherheitskräfte und zahlreiche Protestierer mussten in Kliniken behandelt werden. Mindestens 22 Menschen wurden festgenommen.

Klitschko rief die Menge auf, den Unabhängigkeitsplatz (Maidan) nicht zu räumen. „Wir müssen jeden im Land mobilisieren und dürfen die Initiative nicht verlieren“, rief er. Regierungsgegner errichteten dort eine Zeltstadt - wie bei der prowestlichen Orangenen Revolution 2004 mit der derzeit inhaftierten Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko als Gallionsfigur. Der Chef der rechtspopulistischen Partei Swoboda (Freiheit), Oleg Tjagnibok, kündigte einen landesweiten Generalstreik an. Er erklärte: „In der Ukraine beginnt eine Revolution. Wir errichten eine Zeltstadt auf dem Majdan (Unabhängigkeitsplatz) und starten einen nationalen Streik.“

Kommentare (20)

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Ich_kritisch

02.12.2013, 07:20 Uhr

500.000 Menschen sind gerade mal 1% der Bevölkerung. Wenn die mitihren Wünschen durchkommen ist das eine Diktatur!

das hat mit Demokratie nix zu tun wenn eine Minderheit, nur weil sie genug Krach macht, ihren Willen durchsetzt.

Dietmar

02.12.2013, 07:29 Uhr

Wenn inSpanien, Portugal, Griechenland, Frankreich gegen die EU demonstriert wird, wird in den Medien garnicht berichtet.
Warum den wohl?
Gleichgeschaltete Presse vom Propagandaministerium.

Pequod

02.12.2013, 08:30 Uhr

Der Wendepunkt!
------------------
So sehen die Unruhen in Kiew mehr wie das Signal für
diese 'EU' nach einer Rückabwicklung aus, die sich in
ihrem Erweiterungswahn zu weit aus dem Fenster gelehnt
hat. So dürfte der Wendepunkt der Ausdehnung dieser
EUdSSR erreicht sein und sich nun der unvermeidliche
Schrumpfprozeß, einer von ökonomischen Unzulänglich-
keiten gebeutelten und finanziell ausgebrannten
Union, abzeichnen.

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