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12.08.2011

17:19 Uhr

Proteste in Syrien

Assad lässt Moscheebesucher niederschießen

In der Protesthochburg Deir al-Sor sollen Teilnehmer des Freitagsgebets beschossen worden sein. US-Außerministerin Clinton forderte erneut härtere Sanktionen gegen das Assad-Regime.

Demonstranten in Qamishli in Nordost-Syrien. Quelle: dpa

Demonstranten in Qamishli in Nordost-Syrien.

Amman/WashingtonSyrische Sicherheitskräfte gehen nach Augenzeugenberichten immer rabiater gegen Gegner von Präsident Baschar al-Assad vor. In der Protesthochburg Deir al-Sor wurden Teilnehmer der Freitagsgebete beim Verlassen der Hauptmoschee beschossen, berichtete ein Augenzeuge. Die Gläubigen hätten sich in die umliegenden Gassen geflüchtet, einer sei den Schussverletzungen erlegen.

Nach einer ersten Bilanz der Aktivistengruppe LKK kamen im ganzen Land zehn Menschen ums Leben. Die USA verlangten von Europa angesichts der ungebremsten militärischen Gewalt die Bereitschaft zu harten Wirtschaftssanktionen gegen Syrien.

Die Klimaanlage der Moschee in Deir al-Sor habe durch den Beschuss mit AK-47 Sturmgewehren Feuer gefangen, sagte der Augenzeuge Reuters am Telefon. In der Innenstadt seien Schüsse zu hören gewesen. An den wichtigsten Plätzen und Kreuzungen seien Panzer aufgefahren. Auch in den Großstädten Hama und Hom kam es zu Protesten. Aktivisten berichteten von Zehntausenden Teilnehmern. „Wir werden nur vor Gott niederknien“, skandierten die Gegner Assads.

Im ganzen Land versuchte die Armee die Proteste niederzuschlagen. In Ortschaften nahe der libanesischen Grenze wurden nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag 19 Menschen bei Vorstößen gepanzerter Einheiten getötet. Allein in Kusair sollen elf Zivilisten, darunter eine Frau und ein Kind, ums Leben gekommen sein. Soldaten durchsuchten nach den Berichten in Deir al-Sor Haus für Haus. Die Geschäfte von Familien prominenter Regierungsgegner sollen niedergebrannt worden sein.

Die offiziellen syrischen Medien berichten dagegen vom Kampf gegen bewaffnete Banden, die vom Ausland gesteuert würden. Syrien hat ausländische Journalisten des Landes verwiesen, deswegen ist eine unabhängige Überprüfung der Darstellungen nicht möglich.

Kommentare (1)

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Thomas-Melber-Stuttgart

12.08.2011, 19:23 Uhr

Sehr glaubwürdige, neutrale Quellen berichten da!

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