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13.12.2013

14:50 Uhr

Proteste in Thailand

Wirtschaft will beim Dialog helfen

Die Wirtschaft in Thailand hält sich meistens aus der Politik heraus. Nun will sie allerdings zwischen Demonstranten und Übergangsregierung vermitteln. Der Regierungssitz wurde in einer symbolischen Aktion verhüllt.

Demonstranten wickeln die 1,4 Kilometer lange thailändische Fahne um den Zaun des Regierungssitzes in Bangkok. Das Einhüllen in die Farben blau-weiß-rot soll symbolisch die Eroberung darstellen. Reuters

Demonstranten wickeln die 1,4 Kilometer lange thailändische Fahne um den Zaun des Regierungssitzes in Bangkok. Das Einhüllen in die Farben blau-weiß-rot soll symbolisch die Eroberung darstellen.

BangkokAuf der Suche nach einem Ausweg aus der politischen Sackgasse in Thailand haben sieben Wirtschaftsverbände die Initiative ergriffen. Ein am Freitag gegründetes Wirtschaftsforum soll als neutrales Gremium Reformvorschläge ausarbeiten und diese sowohl den Demonstranten als auch der Übergangsregierung unterbreiten, wie Vichai Assarasakorn, stellvertretender Vorsitzender der Handelskammer, sagte. „Wir brauchen einen unparteiischen Akteur wie dieses Forum, um einen Ausweg zu finden.“

Unterdessen wickelten Demonstranten eine 1,4 Kilometer lange thailändische Fahne um den Zaun des Regierungssitzes in Bangkok. Das Einhüllen in die Farben blau-weiß-rot solle symbolisch die Eroberung darstellen, erklärten Augenzeugen.

Die Fahne ist das Erkennungszeichen der Anti-Regierungs-Demonstranten, die seit fast drei Wochen in Bangkok für den Rücktritt von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra auf die Straße gehen. Nach der Aktion zogen sich viele Demonstranten vom Regierungssitz zurück, den sie seit Montag belagert hatten.

Eigentlich hält sich die Privatwirtschaft in Thailand traditionell aus der Politik heraus. Nun aber diskutierten Verbandsvertreter von Banken, Handel, Industrie, Tourismus, börsennotierten Unternehmen, der Börse und Anti-Korruptions-Organisationen über die Zukunft des Landes. Nach einer Berechnung des Kasikorn-Forschungszentrums könnte Thailands Wirtschaft in diesem Jahr um weniger als 3 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um nur noch 0,5 Prozent zulegen.

„Wir arbeiten an einem kurzfristigen Reformvorschlag, der noch vor der Neuwahl umgesetzt werden könnte, und einer langfristigen Reform für einen neuen Gesellschaftsvertrag für die Zeit nach der Wahl“, sagte Chaiwat Satta-anand, Professor der Thammasat-Universität und Moderator der neuen Wirtschaftsgruppe.

Die sieben Verbände hatten sich am Donnerstag mit Suthep Thaungsuban getroffen, der die Massenproteste in Bangkok organisierte und am Montag etwa 150 000 Demonstranten auf die Straße brachte. Am Samstag will sich Suthep mit Armee-Oberbefehlshaber Tanasak Patimapragorn treffen. Für Sonntag hat die Regierungschefin etwa 100 Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft zu einem runden Tisch eingeladen. Suthep sagte zu, drei Vertreter zu schicken.

Von

dpa

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