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28.02.2014

14:14 Uhr

Proteste in Venezuela

Haftbefehl gegen weitere Oppositionspolitiker

Mit harter Hand lässt Venezuelas Präsident Nicolás Maduro die Proteste im Land niederschlagen. Der Nachfolger von Hugo Chávez lässt etliche Oppositionspolitiker inhaftieren. 14 Menschen wurden bei den Protesten getötet.

Unruhen in Venezuela: Bei Kämpfen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in den vergangenen Tagen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. dpa

Unruhen in Venezuela: Bei Kämpfen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in den vergangenen Tagen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen.

CaracasIn Venezuela hat die Justiz die Verhaftung eines weiteren Oppositionspolitikers angeordnet. Carlos Vecchio von der rechtskonservativen Voluntad Popular (Volkswille) wird nach Angaben seiner Partei vom Donnerstag (Ortszeit) wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und Anstiftung zur Gewalt gesucht. Der gleichen Delikte wird sein Parteifreund Leopoldo López beschuldigt, der seit dem 18. Februar inhaftiert ist.

In der Hauptstadt Caracas gingen erneut bis zu 3000 überwiegend studentische Gegner der Regierung des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro auf die Straße. Bei den seit Anfang Februar andauernden Protesten, bei denen sich Sicherheitskräfte und Demonstranten immer wieder Straßenschlachten liefern, wurden mindestens 14 Menschen getötet und 140 verletzt. Der Unmut richtet sich vor allem gegen die hohe Inflation, die verbreitete Korruption, die häufigen Versorgungsengpässe und die grassierende Kriminalität.

Die Demonstration vom Donnerstag unter dem Motto „Keinen Toten mehr“ fand im wohlhabenden Viertel Chacao statt, einer Hochburg der Regierungsgegner im Osten der Hauptstadt. Sie verlief zunächst friedlich. Doch als etwa 200 Demonstranten aus dem Marsch ausscherten, um eine nahe gelegene Autobahn zu blockieren, kam es zu Zusammenstößen mit den Ordnungskräften. Diese setzten Tränengas ein, um die Blockierer auseinanderzutreiben, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Nach Behördenangaben gab es 20 Verletzte.

Mehrere tausende Regierungsanhänger versammelten sich unterdessen vor dem Präsidentenpalast, um des Volksaufstandes vor 25 Jahren gegen die neoliberale Politik des Präsidenten Carlos Andrés Pérez zu gedenken. Während der Niederschlagung des sogenannten Caracazo am 27. Februar 1989 töteten Polizei, Armee und Nationalgarde nach amtlichen Angaben hunderte Menschen.

Maduro, der im vergangenen Jahr zum Nachfolger des verstorbenen Staatschefs Hugo Chávez gewählt wurde, sieht in den derzeitigen Protesten einen von den USA unterstützten Versuch, seine Regierung zu stürzen.

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afp

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