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03.12.2016

16:26 Uhr

Proteste wegen Pipeline

Heikler Konflikt in North Dakota

Mitten im eisigen Nichts der nordamerikanischen Weite droht ein Konflikt zu eskalieren. Es geht um Indianer, eine Ölpipeline, 2000 Veteranen und den zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump.

Hoch im Norden der USA sind eine Reihe von Camps am Rande des Standing Rock Reservats errichtet. AFP; Files; Francois Guillot

North Dakota

Hoch im Norden der USA sind eine Reihe von Camps am Rande des Standing Rock Reservats errichtet.

BismarckAm Montag sollen sie weg sein, aber sie denken gar nicht daran. Hoch im Norden der USA sind eine Reihe von Camps am Rande des Standing Rock Reservats errichtet. Tipis und Jurten stemmen sich in den eisigen Wind North Dakotas. Tausende demonstrieren seit Monaten gegen eine Pipeline. Am Wochenende wollen sich nun mindestens 2000 Veteranen dem Protest anschließen - sie wollen das Camp ausbauen und den Demonstranten eine Pause ermöglichen. Allerdings läuft am 5. Dezember ein Ultimatum ab. Das kann heikel werden.

Es sei zu kalt für den Protest, sagt North Dakotas Gouverneur Jack Dalrymple. In der Tat sagt der Wetterbericht für die kommende Woche Temperaturen von bis zu minus 20 Grad voraus. Allerdings war es schon in den vergangenen Tagen bitterkalt. Trotzdem hat die Polizei Wasserwerfer gegen die Protestierenden eingesetzt.

Hintergrund: North Dakota baut eine Pipeline. Sie soll Öl von den tausenden Frackingbohrstellen im Norden in den Bundesstaat Illinois transportieren, jeden Tag über 450.000 Barrel. Die Röhre soll insgesamt fast 1900 Kilometer lang sein und rund 2,7 Milliarden US-Dollar kosten.

USA: Wichtige Daten

Bevölkerung

Die 324,33 Millionen starke Bevölkerung der Vereinigten Staaten besteht aus einem bunten Mix verschiedenster Kulturen. So sind rund 72,4 Prozent der Gesamtbevölkerung weiß mit einer größtenteils europäischen Abstammung. Rund 13,3 Prozent sind Afroamerikaner und etwa 5,6 Prozent Asiaten.

Unabhängig davon sind 17,61 Prozent der Bevölkerung Lateinamerikaner, 82,39 Prozent Nicht-Hispanics.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote beträgt in den USA 4,85 Prozent (Juni 2016). Bei 324,33 Millionen Einwohnern sind das immerhin 15,73 Millionen Menschen ohne Job.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist seit 2006 stetig gewachsen. So ist es in der Zeit von 13.855 Milliarden auf 17.947 Milliarden US-Dollar (2015) gestiegen. Für 2016 liegen die Prognosen bei 18.558 Milliarden US-Dollar.

Fläche

Die Vereinigten Staaten belegen mit ihrer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern Platz drei der größten Länder weltweit. Einzig Russland und Kanada liegen flächenmäßig noch vor dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, China liegt auf Platz 4. Zum Vergleich: Das kleine Deutschland liegt mit seinen 357.168 Quadratkilometern weit hinter den Spitzenreitern.

Sprache

Der Großteil der amerikanischen Bevölkerung spricht zwar Englisch, allerdings ist das nicht die Amtssprache. Das liegt daran, dass die Vereinigten Staaten keine festgelegte Amtssprache haben. So wird zum Beispiel in den an Mexiko angrenzenden Staaten oftmals Spanisch ebenso häufig verwendet wie Englisch. Auch Chinesisch, Deutsch oder Französisch und viele weitere Sprachen sind im Land vertreten.

Als ihre Route an den nördlichen Zipfel eines Indianerreservats der Sioux verlegt wird, beginnt im April der Protest: Heilige Stätten und Wasserreservoirs seien bedroht, Gebietsverträge würden verletzt. Die Pipeline, hier soll sie unter dem Lake Oahe verlaufen. Hunderte Stämme schließen sich dem Protest an. Am Cannonball River werden Lager errichtet. Die Facebookseite des Reservats zeigt Besucher aus Lateinamerika, von Priestern und Familien.

Über Monate kommt es immer wieder zu Scharmützeln mit der Polizei. In den überregionalen US-Medien ist das alles kein großes Thema, es ist Wahlkampf. Die Demonstranten veröffentlichen Videos, die beweisen sollen, wie wenig zimperlich der Staat gegen friedlichen Protest vorgeht. Die Polizei setzt Tränengas in großem Stil ein, Panzerwagen, Pfefferspray, Granaten, lässt ihre Hunde los. Es gibt Verletzte. Vor dem Wochenende sagten Offizielle nun, man wolle eine Räumung nicht aktiv vorantreiben.

Ashleigh Jennifer Parker ist eine Veteranin der Küstenwache und spricht für die Vereinigung „Veterans Stand for Standing Rock“. Zu „USA Today“ sagt sie: „Wir wollen den Menschen hier einen Moment des Friedens ermöglichen und, wenn möglich, ein wenig Druck von ihnen nehmen.“ Man sei vollkommen friedlich. Parker mag schon das Wort „Protest“ nicht, „Unterstützung der Wasserschützer“ ist ihr lieber.

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