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08.04.2012

16:25 Uhr

Protesthochburgen gestürmt

Syriens Regime rückt von Waffenruhe ab

Alles nur ein großes Missverständnis? Kurz vor der vereinbarten Waffenruhe will das syrische Regime nichts mehr davon wissen. Das Morden geht weiter. Bilder von angeblichen Massenhinrichtungen sorgen für Entsetzen.

Die syrischen Rebellen gehen nicht auf die Forderungen des Regimes ein. dapd

Die syrischen Rebellen gehen nicht auf die Forderungen des Regimes ein.

Kairo/DamaskusIn Syrien sind die ohnehin geringen Hoffnungen auf eine bevorstehende Waffenruhe zerplatzt. Zwei Tage vor Beginn einer vereinbarten Feuerpause stellte das Regime von Präsident Baschar al-Assad sowohl die Vereinbarung als auch den Zeitplan infrage. Ein Sprecher des Außenministeriums verlangte am Sonntag schriftliche Garantien des UN-Sondergesandten Kofi Annan. Demnach sollen auch die als „bewaffnete Terror-Gruppen“ bezeichneten Oppositionskräfte die Gewalt in jeder Form beenden. Die Armee-Offensive in den Oppositionshochburgen dauerte an.

Aktivisten stellten am Wochenende Videos von angeblichen Massenhinrichtungen ins Internet. Auf den Bildern sind unter anderem 13 Leichen zu sehen, die vor einer Schule im Stadtteil Deir Balba in der Rebellenhochburg Homs liegen. Die Männer sind gefesselt, ihre Augen verbunden. Alles deutet darauf hin, dass sie hingerichtet worden sind. Die Einschüsse sind an der Mauer deutlich zu sehen. Wegen der Medienblockade sind Meldungen aus Syrien von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

Der UN-Sondergesandte Annan reagierte „schockiert“ auf die jüngsten Berichte aus Syrien. In einer Erklärung, die die Vereinten Nationen am Sonntag in seinem Namen verbreiteten, mahnt Annan das Regime von Präsident Assa, sich an seine Versprechen zu halten. Auf die jüngste Ankündigung aus Damaskus, die Waffenruhe an neue Bedingungen zu knüpfen, ging der Sondergesandte der Vereinten Nationen (UN) und der Afrikanischen Union (AU) nicht ein.

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Oppositionelle forderten Annan zum Handeln auf. Annan müsse sofort ein Büro in Damaskus zu eröffnen, um eine Waffenruhe überhaupt überwachen zu können, betonte der politische Aktivist Luaj Hussein. Bislang sei dessen Vorgehen in dem Konflikt zu langsam gewesen.

In der Erklärung der syrischen Staatsführung hieß es, die Rebellen müssten ihre Waffen landesweit übergeben. Ferner müsse der syrischen Führung garantiert werden, dass Katar, Saudi-Arabien und die Türkei die Opposition nicht mehr mit Geld und Waffen unterstützten.

Kommentare (14)

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Thomas-Melber-Stuttgart

08.04.2012, 12:17 Uhr

Ah, das Bild zeigt also reguläre syrische Truppen? Die Berichterstattung aus und um Syrien wird immer grotesker. Übrigens, im Mai sind dort Wahlen, vielleicht kann man auch hierzu einmal einen Artikel bringen (Parteien, Programme, Köpfe, u.a.).

Oelblase

08.04.2012, 12:55 Uhr

Ich dachte mir auch "Hallo ??!! Das sind niemals die syrischen Truppen".

In der Berichterstattung über die Kämpfe in Syrien habe ich kein einziges Bild von der syrischen Armee gesehen, sondern vermummte, fette Menschen mit nem riesigen Bart und einer Pumpgung.


Die Bilder sprechen eigentlich für sich:

Von Zionisten aufgerüstete und finanzierte Terroristen,
haben durch ihren Terror in Syrien einen Bürgerkrieg entfacht.

Bleibt Assad an der Spitze von Syrien, wäre ein Angriff der Zionisten auf den Iran das Ende des menschenverachtenden Terrorregimes - und damit ist nicht der Iran gemeint!

RechtundGesetz

08.04.2012, 12:55 Uhr

Die "of Road Revolution" des arabischen Frühlings, nach amerikanisch israelischem Drehbuch, scheint in Syrien ins stocken zu geraten.

Es bleibt spannend und man stellt sich die Frage, ob die westlichen Mitspieler, dem Land die Möglichkeit geben, sich demokratisch zu entwickeln oder ob sie vielmehr mit brachialer Gewalt eingreifen, Landnahme nach biblischem Vorbild betreiben, das Land weiterhin verwüsten wollen indem sie weiter machen wie bisher.
Oder Einsichtig sind und dem Land die Möglichkeit lassen sich selbst zu bestimmen.

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