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13.04.2006

11:16 Uhr

Provokationen aus Teheran

„Erstickt an eurer Wut“

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat sich erneut unbeeindruckt von der internationalen Kritik am Nuklearprogramm seines Landes gezeigt. Die Welt müsse den Iran als Atommacht behandeln, hieß es aus Teheran. Die Hoffnungen der internationalen Staatengemeinschaft ruhen nun auf dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, El-Baradei.

Provoziert weiter: Irans Präsident Ahmadinedschad. Foto. dpa Quelle: dpa

Provoziert weiter: Irans Präsident Ahmadinedschad. Foto. dpa

HB TEHERAN. Der Iran wird nach den Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad trotz aller internationalen Bemühungen um eine Lösung des Atomstreits weiter an der Urananreicherung festhalten. „Für alle, die wütend sind darüber, dass der Iran erstmals erfolgreich Uran anreichern kann, haben wir eine Antwort: Seid wütend und erstickt an eurer Wut“, sagte Ahmadinedschad. „Wir werden mit niemandem über das Recht des Iran sprechen, Uran anzureichern.“

Kurz darauf traf der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohamed El-Baradei, in Teheran ein. Er sagte bei seiner Ankunft, er wolle den Iran dazu bringen, die Forderungen der internationalen Gemeinschaft zu erfüllen, vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen und die Uran-Anreicherung einzustellen.

 Grafik: Irans Atomprogramm

Ahmadinedschad hatte am Dienstag erklärt, sein Land beherrsche jetzt die Technologie der Urananreicherung und werde sie auf industriellem Niveau ausbauen. Die Ankündigung war international scharf kritisiert worden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, die Äußerungen über Fortschritte bei der Atomtechnik seien eine „erneute Provokation, die wir nicht nur zurückweisen müssen, sondern die unsere Sorgen in der Tat vertieft.“

Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende März in einer nicht-bindenden Erklärung einen Stopp des iranischen Atomprogramms verlangt. Derzeit erstellt El-Baradei dazu einen Bericht, der Ende April vorliegen soll. Diplomaten schlossen nicht aus, dass danach eine bindende Resolution des UN-Sicherheitsrates gegen den Iran verabschiedet werden könnte. Sie könnte auch Sanktionen vorsehen. Ein Militärschlag steht für Frankreich nach den Worten von Außenminister Philippe Douste-Blazy indes nicht zur Debatte. „Wir waren schon immer Freunde einer Verhandlungslösung“, sagte er dem Radiosender RTL am Donnerstagmorgen.

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