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09.01.2012

03:49 Uhr

Prozess

Malaysischer Oppositionsführer Anwar freigesprochen

Freispruch für Malaysias Oppositionsführer Anwar Ibrahim. Der frühere Vize-Regierungschef war wegen Homosexualität angeklagt. Anwar hatte stets seine Unschuld beteuert und der Regierung einen Komplott vorgeworfen.

Malaysias Oppositionsführer Anwar Ibrahim vor dem Gericht. AFP

Malaysias Oppositionsführer Anwar Ibrahim vor dem Gericht.

Kuala LumpurEin malaysischer Richter hat den wegen Homosexualität angeklagten Oppositionsführer Anwar Ibrahim freigesprochen. Es gebe nicht genügend Beweise, um die Anschuldigungen von Anwars früherem Mitarbeiter Saiful Bukhari Azian zu stützen, sagte Richter Mohamad Zabidin am Montag in Kuala Lumpur. Er brauchte nur drei Minuten für die Urteilsverkündung. Bei einem Schuldspruch hätten Anwar 20 Jahre Haft gedroht. Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in dem mehrheitlich muslimischen Land verboten.

Der Freispruch überraschte viele Beobachter. Vor dem Gebäude hatten sich tausende Anhänger des populären Politikers versammelt. Die Polizei hat Straßensperren aufgebaut, weil sie bei einem Schuldspruch Unruhen befürchtete. Der 64-Jährige hatte stets seine Unschuld beteuert und der Regierungskoalition einen Komplott vorgeworfen, um seine politische Karriere zu beenden.

Auch Menschenrechtler kritisierten das Verfahren als Schauprozess. Die Anklage erfolgte 2008 wenige Wochen nach einem beispiellosen Wahlerfolg Anwars. Er verhinderte die sonst übliche Zweidrittelmehrheit der Koalition.

Der Politiker war ursprünglich selbst Mitglied der Koalition und stellvertretender Regierungschef. Als er bei seinem Chef 1998 in Ungnade fiel, wurde er schon einmal wegen Homosexualität und Korruption angeklagt. Das Urteil wegen Homosexualität wurde später aufgehoben. Er verbrachte sechs Jahre im Gefängnis.

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