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26.12.2013

16:04 Uhr

„Pussy Riot“

Protestmusikerinnen beklagen „teuflischen Druck“

Die aus der Haft entlassenen Band-Mitglieder von „Pussy Riot“ schließen neue Proteste gegen den russischen Präsidenten nicht aus. Die Amnestie lässt die Kritiker des autoritären russischen Systems nicht verstimmen.

Pussy-Riot-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina (rechts) am Flughafen in Kransnojarsk: Den Flug nach Moskau verpassten die beiden am Donnerstag. Reuters

Pussy-Riot-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina (rechts) am Flughafen in Kransnojarsk: Den Flug nach Moskau verpassten die beiden am Donnerstag.

Perfekt gestylt versichern Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina von der kremlkritischen Punkband Pussy Riot, der im Straflager erlangte Weltruhm bedeute ihnen rein gar nichts. Sie wollen - nun in Freiheit - kein Kapital schlagen daraus, dass westliche Hochglanzmagazine oder Weltstars wie Paul McCartney und Madonna sie populär gemacht hätten. Neue schrille Punkkonzerte mit provozierenden Kampfansagen an Kremlchef Wladimir Putin? Tolokonnikowa meint, dies sei möglich, hänge aber von vielen Dingen ab - auch davon, wie die Band überhaupt weitermacht.

Die Aktivistinnen von Pussy Riot wollen sich nach rund 20 Monaten in den für ihre Brutalität berüchtigten Straflagern als Menschenrechtlerinnen für bessere Bedingungen im russischen Frauenknast einsetzen. Die schwere Lage weiblicher Inhaftierter in Russland werde bisher kaum wahrgenommen, betont Tolokonnikowa in einem ihrer vielen Interviews dieser Tage.

Fast muss sich die 24-Jährige im Gespräch mit der Starreporterin Xenia Sobtschak vom kremlkritischen Internetfernsehkanal Doschd dafür rechtfertigen, dass sie ihre Schönheit - die vollen Lippen und großen Augen - nicht einsetze, um das große Geld zu machen. Tolokonnikowa betont im sibirischen Krasnojarsk, ihr Kampf gelte jetzt nur dem von Putin geschaffenen „autoritären System“.

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Einer anderen Reporterin von der Agentur lenta.ru erklärt Tolokonnikowa, dass es ihr Vater gewesen, der sie von der Modeschiene abgebracht habe. Sie habe ihn als Jugendliche mal darum gebeten, eine Frauenzeitschrift zu kaufen. Doch Papa - ein „toller Typ“ - habe sie dann dazu gebracht, den kremlkritischen Radiosender Echo Moskwy zu hören und politische Zeitschriften zu lesen, sagt die studierte Philosophin.

Bei Echo Moskwy berichten sie und Aljochina - zugeschaltet aus Krasnojarsk - von Misshandlungen im Straflager. Vor und nach jedem Besuch hätten sie sich ausziehen und in dreckigen Kammern im Intimbereich untersuchen lassen müssen. „Diese ganze Prozedur war nicht nur psychisch außerordentlich erniedrigend, sondern auch einfach physisch schmerzvoll. Ich halte das für Gewalt“, sagt Aljochina.

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