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01.08.2012

17:34 Uhr

Pussy Riot vor Gericht

Drei Engel gegen Putin

In einem Kasten aus Plexiglas führt die russische Justiz die kremlkritische Skandalband Pussy Riot vor. Die jungen Frauen sind Mitglieder der radikalen Kunstszene. Vor Gericht inszenieren sie sich als unschuldige Engel.

Die Bandmitglieder von Pussy Riot hinter einer Plexiglasscheibe im Gerichtssaal. dapd

Die Bandmitglieder von Pussy Riot hinter einer Plexiglasscheibe im Gerichtssaal.

MoskauDie russisch-orthodoxe Kirche hält die angeklagten Mitglieder von Pussy Riot für von Satan besessene Punkerinnen. Die Frauen selbst aber inszenieren sich im Moskauer Gerichtssaal als „drei Engel gegen Putin“, die für ihre Ideale alles auf sich nehmen.

Hübsch, jung und kämpferisch: Die Künstlerinnen fallen nicht nur politisch auf. Mit smartem Blick sehen die Frauen eher aus wie brave Studentinnen. In einem Kasten aus Plexiglas, in dem sie während der Verhandlungen ausharren müssen, zeigen sich die Gegnerinnen von Kremlchef Wladimir Putin als PR-Profis. Immer wieder lachen die „Mädchen“ - wie junge Frauen auf Russisch genannt werden - in die Kameras. Dabei ist die Lage ernst - ihnen drohen sieben Jahre Haft.

Das Punk-Gebet gegen Putin und den russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill am 21. Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale ist nicht der erste Auftritt von Pussy Riot. Als sich Putin im September 2011 im Alleingang für das Präsidentenamt in Stellung bringt, ist auch die Kunstszene wütend auf den Dauerherrscher.

Die jungen Frauen gründen ihre Band und tauchen mit bunten Strickmasken in der Öffentlichkeit auf. Die „anti-autoritären Linken“, wie sie sich bezeichnen, spielen in einer Station der Moskauer Metro oder auf dem Dach eines Busses. Auf dem Roten Platz rufen sie: „Aufstand in Russland, Putin macht sich in die Hose!“

„Die Wahrheit ist das Wichtigste für uns, mehr noch als die Freiheit“, lässt Nadeschda Tolokonnikowa ihre Anwältin zum Prozessauftakt verlesen. Mit 22 Jahren ist sie die Jüngste, aber zugleich die Wortführerin. Mit ihren aufgeweckten braunen Augen und dem hübschen Gesicht zieht die Mutter einer vierjährigen Tochter das größte Interesse auf sich.

Bereits seit Jahren mischt die Studentin der Philosophie in der radikalen Kunstszene mit, mit der sie auch durch ihren Ehemann Pjotr Wersilow in Kontakt kam.

Kommentare (2)

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Tabu

01.08.2012, 19:42 Uhr

Zuerst,hätten diese Pussys mal Mütter sein müssen,
bevor sie Gruppensex gegen Medwedew als Kunstprotest
zelebriern und sich an heiligen Stätten blasphemisch
verhalten..
Wer bekannt sein will und im Gespräch bleiben,tut dies
nicht zum Schaden seiner Kinder.
Sieben Jahre Haft riskiert..ich täte ihnen den Gefallen.

NPSW

10.08.2012, 20:25 Uhr

Bevor diese s.g. Musikerinnen als "Engel" zu bezeichnen, wird empfohlen s.g. Gebet mit einem schmutzigen Text zuerst zu lesen. Oder fuer moderne Kunst ist das normal, nur eigene (auf Kosten von anderen) Freiheit zu respektieren.

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