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02.02.2017

17:14 Uhr

Putin in Budapest

Orbán treibt Ungarn in die Arme Russlands

VonHans-Peter Siebenhaar

Ungarn setzt ganz auf die russische Karte und wird mit dem vom Kreml finanzierten Ausbau der Atomkraft immer stärker von Moskau abhängig. Putins Visite in Budapest richtet sich auch gegen die EU-Sanktionen.

Die rechtspopulistische Regierung Ungarns unter Premier Viktor Orbán (r.) umschmeichelt Kreml-Chef Wladimir Putin. AP

Warmer Empfang

Die rechtspopulistische Regierung Ungarns unter Premier Viktor Orbán (r.) umschmeichelt Kreml-Chef Wladimir Putin.

WienDas Tauwetter in Budapest kann Russlands Präsident Wladimir Putin bei seiner eintägigen Visite in Ungarn wörtlich nehmen. Denn die rechtspopulistische Regierung unter Premier Viktor Orbán hieß den Kreml-Chef und seine Entourage in drei Flugzeugen warmherzig willkommen. Zuvor umschmeichelte bereits Ungarns Außenminister Peter Szijjártó seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow bei einem privaten Abendessen in seiner Villa im kleinstädtischen Dunakeszi, nördlich von Budapest.

Die opulente Inszenierung der Visite hat einen guten Grund. Ungarn setzt bei der Energieversorgung ganz auf die russische Karte. Das EU-Land bezieht annähernd zwei Drittel seiner Gaslieferung aus dem Reich von Wladimir Putin. Nun soll mit Hilfe der Russen das ungarischen Atomkraftwerke Paks, rund eine Autostunde südlich von Budapest, für 12,5 Milliarden Euro ausgebaut werden.

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Putin und Orban teilen viele Gemeinsamkeiten. Regierungspraktiken und Demokratiedefizit lassen Ungarn dem russischen Modell näher erscheinen, als man es von einem EU-Land erwarten würde.

Der staatliche ungarische Energiekonzern MVM plant in Paks den Bau von zwei russischen Druckwasserreaktoren mit einer Gesamtkapazität von 2.400 Megawatt. Unter der Führung der föderalen Agentur für Atomenergie Russlands, Rosatom, sollen die beiden Blöcke errichtet werden. Rosatom untersteht direkt dem Kreml. Die Finanzierung erfolgt über ein russisches Darlehen von zehn Milliarden Euro. Die Restsumme kommt vom ungarischen Staat. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen. Bei dem Ausbau von Paks wollen auch westliche Firmen zum Zuge kommen, darunter sind Siemens und General Electric (GE).

Das Kernkraftwerk Paks deckt bislang mit seiner Tagesleistung von 2.000 Megawatt über die Hälfte des Strombedarfs in Ungarn ab. Der letzte große Störfall ereignete sich im Frühjahr 2003, als radioaktives Gas austrat.

Mit dem über einen Geheimvertrag besiegelten Ausbau von Paks manövriert sich das EU- und Natoland Ungarn im stärker in eine Abhängigkeit zu Russland. Orbáns Kurs ist innenpolitisch umstritten. Am Donnerstagabend sind Demonstrationen gegen die Energiepolitik in Budapest angekündigt.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

03.02.2017, 09:32 Uhr

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Bedenken geäußert, Ökoenergieanbieter Greenpeace..
Schon von daher muß Orban in der Sache richtig liegen.

Account gelöscht!

03.02.2017, 13:11 Uhr

"Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
Danke

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