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30.12.2014

22:06 Uhr

Putin-Kritiker abgeführt

Polizei setzt Hausarrest gegen Nawalny durch

Urteil am Morgen, Protest am Abend - und dann eine Heimfahrt mit der Polizei: Putin-Kritiker Alexej Nawalny hat gegen seinen Hausarrest verstoßen. Bei der Demonstration nimmt die Polizei nicht nur ihn in Gewahrsam.

Putin-Kritiker skandiert gegen System

Nawalny zur Richterin: „Schämen Sie sich eigentlich nicht?“

Putin-Kritiker skandiert gegen System: Nawalny zur Richterin: „Schämen Sie sich eigentlich nicht?“

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MoskauNach seiner Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung ist der Kremlkritiker Alexej Nawalny bei einem Verstoß gegen seinen Hausarrest festgenommen worden. Kurz nach seiner Festnahme schrieb Nawalny im Kurzbotschaftendienst Twitter, er sei wieder zu Hause. Polizisten hätten ihn zu seiner Wohnung gefahren. Mehrere Beamte würden aber noch vor seiner Tür stehen.

Der bekannte Oppositionspolitiker war am Dienstagabend zu einer Demonstration seiner Anhänger auf dem Manege-Platz in Sichtweite des Kremls in Moskau gefahren. Doch noch vor seiner Ankunft nahm ihn die Polizei fest, wie russische Medien berichteten.

„Hausarrest habe ich, aber heute will ich unbedingt bei Euch sein, deswegen fahre ich“, schrieb Nawalny zuvor auf Twitter. Kurz vor seiner Festnahme sagte er zu Journalisten: „Einfach hingehen und nicht selbst weggehen, das ist mein ganzer Plan.“

Der charismatische Nawalny ist dem Kreml seit Jahren ein Dorn im Auge. Seit 2007 veröffentlicht der Anwalt in seinem Blog kritische Recherchen über die dubiosen Geschäftspraktiken russischer Großkonzerne. Er war ein Wortführer der Massenproteste gegen die umstrittene Parlamentswahl im Dezember 2011 und die Wiederwahl von Wladimir Putin ins Präsidentenamt im Mai 2012. Bei der Bürgermeisterwahl in Moskau im September 2013 landete Nawalny auf dem zweiten Platz.

Nawalny war am Morgen wegen Unterschlagung zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Behörden hatten die Verkündung überraschend vorgezogen – möglicherweise um einer für den 15. Januar geplanten Oppositionskundgebung den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bereits in der vergangenen Woche hatten die russischen Behörden Facebook zur Sperrung einer Seite gezwungen, die für den Tag der Urteilsverkündung zu einem Protest aufrief.

Die Verteidigung wirft der Justiz politische Motive vor. Auch die Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa von der Moskauer Helsinkigruppe meinte: „Der gesamte Prozess ist politisch.“ Russische Duma-Abgeordnete bezeichneten das Urteil indes als zu milde.

Nawalny steht wegen Verstößen gegen Bewährungsauflagen unter Arrest. Die Behörden hatten den Protest nicht genehmigt und die Teilnehmer vor Konsequenzen gewarnt. Die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz und riegelten den Platz weiträumig ab.

Bei klirrender Kälte und minus 15 Grad Celsius skandierten die Teilnehmer „Russland ohne Putin“ und „Freiheit für Nawalny“. Nach gut zweieinhalb Stunden trieben die Polizeikräfte die Menge auseinander. Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte mehr als 240 Menschen fest. Die Polizei sprach von insgesamt 1500 Demonstranten, Beobachter berichteten von wenigen Tausend. Angekündigt hatten sich mehr als 18.000.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

30.12.2014, 18:41 Uhr

Moskau. Kurz nach seiner Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe ist der führende russische Oppositionelle Alexej Nawalny auf dem Weg zu einer kremlkritischen Demonstration in Moskau festgenommen worden.

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Selbst im Jahr 2014 funktionieren...

KGB-Vorgangsweisen immer noch blendend in Russland.

Wird Putin auch von der KGB gesteuert ?????







Account gelöscht!

30.12.2014, 18:45 Uhr


Jetzt setzt man mich in Russland auch auf der Liste des Einreise-Verbots für Russland ein ?

Fliege ich nie Freiwillig hin.



Herr Edmund Stoiber

30.12.2014, 19:18 Uhr

"Selbst im Jahr 2014 funktionieren...

KGB-Vorgangsweisen immer noch blendend in Russland."

...und die Goebbelchen Methoden in Deutschland!

Also, was soll's!

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