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23.12.2013

12:32 Uhr

Putin-Kritikerin Tolokonnikowa

Auch zweite Aktivistin von Pussy Riot ist frei

Die Putin-kritische Punkband Pussy Riot ist wieder frei: Nachdem am Morgen Maria Aljochina aus der Haft entlassen wurde, folgte nun auch Nadeschda Tolokonnikowa. Aljochina bezeichnete die Begnadigung als „PR-Trick“.

Zweites Pussy-Riot Mitglied frei

„Russland ohne Putin!“

Zweites Pussy-Riot Mitglied frei: „Russland ohne Putin!“

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Die inhaftierten Musikerinnen der russischen Punkband Pussy-Riot sind wieder frei. Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa wurden Montag im Zuge einer Amnestie aus der Haft entlassen. Sie hatten 2012 mit ihrer Band in einer Kirche ein Protestlied gegen Präsident Wladimir Putin gesungen und wurden wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Die Entlassung der beiden stand eigentlich erst im März an. Allerdings verabschiedete das Parlament in Moskau vergangene Woche ein Amnestiegesetz, unter das die Musikerinnen fielen. Die 25-jährige Aljochina bezeichnete ihre Freilassung als PR-Gag von Präsident Wladimir Putin vor den Olympischen Spielen in Sotschi.

„Ich glaube nicht, dass es ein humanitärer Akt ist“, sagte die in eine dicke grüne Gefängnisjacke gehüllte Aljochina zu ihrer Freilassung. Aus Solidarität mit denen, die noch in den Gefängnissen säßen, hätte sie auf ihre Freilassung auch verzichtet, wenn es möglich gewesen wäre. „Aber das Gefängnis hat eine Weisung erhalten, deshalb bin ich hierher gebracht worden.“ Künftig wolle sie sich für die Rechte von Häftlingen und für die Einhaltung von Menschenrechten einsetzen, kündigte die 25-Jährige an: „Glauben Sie mir, ich habe vor nichts mehr Angst.“

Tolokonnikowa rief bei ihrer Freilassung im sibirischen Krasnojarsk „Russland ohne Putin“. Ihr Ehemann Pjotr Wersilow hatte vor dem Gefängnis auf die Freilassung seiner Frau gewartet. Ein drittes Mitglied der Gruppe, Jekaterina Samutsewitsch, war bereits im vergangenen Jahr freigekommen.

Experten sehen die Amnestie zum 20. Jahrestag der russischen Verfassung als Versuch Putins, vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi Kritiker im Westen zu besänftigen. Es wird erwartet, dass die Amnestie auch verhindert, dass sich rund 30 wegen Rowdytums angeklagte Greenpeace-Aktivisten vor Gericht verantworten müssen. Sie hatten gegen Ölbohrungen in der Arktis demonstriert und sind gegen Kaution auf freiem Fuß. Menschenrechtlern zufolge dürften durch die Amnestie rund 1500 Häftlinge freikommen. Insgesamt sollen fast 700.000 Russen in Gefängnissen einsitzen.

Parallel zur Amnestie des Parlaments hatte Putin am Freitag den Regierungskritiker Michail Chodorkowski begnadigt, der sich inzwischen in Deutschland aufhält. Der 50-Jährige hatte am Sonntag angekündigt, er werde nicht in die Politik gehen, sondern sich für die Freilassung politischer Gefangener einsetzen.

Eine ihrer Anwältinnen, Irina Chrunowa, sagte der Nachrichtenagentur AFP, Alechina habe das Straflager an Bord eines schwarzen Wagens der Gefängnisverwaltung verlassen. Das sei „zweifellos geschehen, um der medialen Aufregung“ zu entgehen, sagte sie. Aljochina war nach Angaben ihres Anwalts unterwegs im Zug nach Moskau. Seit Tagen hatten die Angehörigen der beiden Aktivistinnen an den jeweiligen Straflagern auf die Freilassung gewartet.

Kommentare (13)

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Gast

23.12.2013, 10:25 Uhr

Das "Handelsblatt" empfinde ich eigentlich als eine infor-
matives und seriöses Blatt [...] Bezeichnend
für Deutschland ist, dass gerade solche Vögel eine starke
Aufmerksamkeit durch die Medien erfahren.Man kann nur noch
den Kopf schütteln.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Novaris

23.12.2013, 10:33 Uhr

. Die 25-Jährige war nach der Kritik an Kremlchef Wladimir Putin zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden.
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Bitte bei der Wahrheit bleiben !!

Sie wurde verurteilt wegen Schändung einer christlichen Kirche !! und nicht wegen der Kritik an Putin.

Hierzu deutsches StGB § 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und
Weltanschauungsvereinigungen
(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder
weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu
stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland
bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder
Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Hagbard_Celine

23.12.2013, 10:50 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.



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