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21.02.2012

10:53 Uhr

Putin rüstet Russland auf

Mit alten Posen zu neuer Stärke

VonOliver Bilger

Wladimir Putin würde Russland am liebsten sofort an die Weltspitze katapultieren. Jetzt verspricht er erstmal dem Militär Milliarden für neue Fahrzeuge und Raketen. Experten sehen die russischen Rüstungspläne kritisch.

Wladimir Putin während einer Rede. AFP

Wladimir Putin während einer Rede.

MoskauRussland will wieder eine Weltmacht werden. Einen Schritt in diese Richtung hat Wladimir Putin am Montag angekündigt: Der Premier plant, kräftig in die Rüstungsindustrie seines Landes zu investieren. Putin, der sich in knapp zwei Wochen erneut zum Präsidenten wählen lassen will, erklärte, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 23 Billionen Rubel, umgerechnet fast 575 Milliarden Euro, für das Militär ausgeben zu wollen.

Seine Einkaufsliste ist lang. Darauf stehen 2300 neue Panzer und 17000 weitere Militärfahrzeuge, 1000 Helikopter, 600 Kampfflugzeuge, 400 Interkontinentalraketen, 50 Kampfschiffe sowie mehr als 20 U-Boote. "Unsere Sicherheit kann nur garantiert sein, wenn das Land wirklich stark ist", schrieb Putin in einem Artikel für die staatsnahe Zeitung "Rossijskaja Gazeta". 20 Jahre nach dem Untergang des Sowjetimperiums fordert Putin eine moderne und mobile Armee, das Land müsse bei allen Militärtechnologien wieder einen Spitzenplatz einnehmen. Putin will durch Investitionen in die Militärindustrie weitere Wirtschaftszweige stärken. Die Rüstungsausgaben seien eine Lokomotive, die die Entwicklung anderer Industrien antreibe, schrieb der Regierungschef. Dazu zählen die Förderung und Verarbeitung von Metallen, der Maschinenbau, die chemische Industrie sowie die IT- und Telekommunikationsbranche.

Russland reduzierte nach dem Zerfall der Sowjetunion seinen Verteidigungshaushalt drastisch. Unter Putin stiegen die Ausgaben wieder deutlich an. 2010 soll das Verteidigungsbudget Russlands etwa 42 Milliarden Dollar betragen haben, was einem Anteil von 2,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht. Die Zahlen beruhen auf Informationen des "Analysezentrums für Strategien und Technologien", eines Moskauer Think-Tanks, der die Rüstungsindustrie beobachtet. Genaue Angaben zum Verteidigungsbudget sind schwer zu erheben, weil Ausgaben breit im Haushaltsplan gestreut werden. In diesem Jahr sind ursprünglich knapp 900 Milliarden Rubel (22,4 Milliarden Euro) für moderne Waffen vorgesehen. Von 2015 bis 2020 sind bisher Investitionen von zwei Billionen Rubel pro Jahr geplant.

Kommentare (7)

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21.02.2012, 11:32 Uhr

Und Europa (hauptsächlich Deutschland ) ermöglicht ihm sich diese träume der Militärischen stärke ermöglichen zu können .
Deutschland ist hauptsächlich energiepolitisch von Russland abhängig , durch den Atomausstieg haben wir Russland erst die Möglichkeit gegeben Aufrüstungspläne real umsetzen zu wollen !

Nun sieht die Finanzielle Lage des Landes so hervorragend aus , dass sie sich selbst an Waffensystemen heranwagen , die vielleicht erst in 30 Jahren relevant werden .

Europa braucht Energie , die bekommen wir zu immer größer werdenden mengen aus Russland ,Rohstoffe und Halbprodukte liefert Russland längst als Monopolist nach Europa .

Ja Russland wird seine Rüstung bezahlen können , dank der Abhängigkeit Europas von hauptsächlich russischer Energie !!!

Franki

21.02.2012, 12:36 Uhr

Die Russen werden es auch noch irgendwann einmal verstehen das die Schlachten der Zukunft im Netz und an den Weltmärkten geschlagen werden.
Die russische Bevölkerung wird erneut stillhalten bis der Siedepunkt erreicht ist und dann gibt es wieder einen Umsturz. Vielleicht lernen sie es dann. Die nächste Wahl wird Putin sicher noch gewinnen, die übernächste vielleicht auch noch, auch wenn er selber nicht antreten wird. Danach wird es einen Frühling im Osten geben mit Russland und China.....sobald die neue Mittelschicht in China Abstriche machen muss und die breite russische Bevölkerung sieht das es nicht vorwärts geht, außer immer nur für kurze Zeit vor den Wahlen werden auch diese Aufstehen.

blablabla

21.02.2012, 14:00 Uhr

Das ist eine interne Sache eines souveränen Staates. Diese Neid- und Hasserfüllten Kommentare wundern mich immer wieder. Über Russland und Putin wird meistens nur negativ gelabert, aber niemand hat sich mit dem Land und Putin als Mensch und vor allem als Politiker persönlich und unvoreingenommen befasst... Das wird sich auch nicht ändern. Wie gesagt Neid zusammen mit begrenztem Allgemeinwissen ist eine gefährliche Sache.

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