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11.07.2014

19:53 Uhr

Putin trifft Merkel in Rio

Ukainische Armee erleidet schwere Verluste

Nach Erfolgen muss die ukrainische Armee einen schmerzhaften Rückschlag hinnehmen. Bei Angriffen der Separatisten sterben viele Soldaten. Merkel und Putin wollen am Rande der Fußball-WM über den Konflikt sprechen.

Ukainische Soldaten bei Donezk: Rückschläge nach jüngsten Erfolgen. AFP

Ukainische Soldaten bei Donezk: Rückschläge nach jüngsten Erfolgen.

LuganskBei ihrer „Anti-Terror-Operation“ gegen prorussische Separatisten hat die ukrainische Armee schwere Verluste hinnehmen müssen. Aufständische beschossen am Freitag Regierungstruppen bei Selenopolje im Raum Lugansk massiv mit Raketen und töteten mindestens 19 Soldaten. Etwa 93 Armeeangehörige wurden verletzt.

Kremlchef Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen an diesem Sonntag am Rande des Fußball-WM-Endspiels in Rio de Janeiro kurz über die Ukraine-Krise, wie Putins Sprecher Dmitri Peskow mitteilte. Merkel reist mit Bundespräsident Joachim Gauck zum Finale Deutschland gegen Argentinien. Dazu wird auch Putin erwartet. Russland ist 2018 nächster Gastgeber der Weltmeisterschaft. Regierungssprecher Steffen Seibert hielt ein Gespräch für „möglich“.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verurteilte den Angriff auf die Armee scharf und drohte den Aufständischen mit Vergeltung. „Für jedes Leben eines unserer Soldaten werden die Terroristen mit Dutzenden und Hunderten ihrer Leben bezahlen“, sagte der Staatschef. Auf Bildern aus Selenopolje waren zerstörte Panzer und tiefe Bombentrichter zu sehen. Die Führung in Kiew sprach von einem der verlustreichsten Tage für die Armee seit Beginn der Kämpfe im April.

Nato-Präsenz im Osten des Bündnisgebietes

Flotten-Verlegung

Verlegung eines Flottenverbandes zur Minenbekämpfung unter Führung des deutschen Tenders „Elbe“ in die östliche Ostsee nach Riga.

Manöver in Estland

Manöver mit 6000 Soldaten aus westlichen Nato-Staaten in Estland. Szenario: Luft- und Bodenangriffe gegen Estland.

Unterwasser-Manöver

Manöver mit einem Unterwasserfahrzeug zur Rettung eines U-Bootes vor der polnischen Ostseeküste.

Truppenübungen

Kanadische, US-amerikanische und polnische Truppen üben fünf Tage lang Luftlandeeinsätze mit Infanterieunterstützung in Polen. Fallschirmjäger aus den USA und Polen springen in Polen und Lettland aus großen Transportmaschinen ab, Abwurf von schwerer Ladung wird geübt.

Luftüberwachung

Polen übernimmt Leitung der Luftüberwachung in den drei baltischen Staaten. Großbritannien, Dänemark und Frankreich verstärken den Einsatz, Deutschland wird ebenfalls Jagdflugzeuge entsenden. Nato überwacht den Luftraum über Polen und Rumänien mit AWACS-Flugzeugen.

Bei einem zweiten Raketenwerferangriff bei Lugansk starben weitere vier Grenzsoldaten. Die Separatisten attackierten auch erneut Sicherheitskräfte rund um die Flughäfen von Lugansk und Donezk. Dabei setzten sie schwere Artillerie und gepanzerte Fahrzeuge ein.

Die Armee beschoss ihrerseits Stellungen der „Volkswehr“ bei Krasnodon nahe Lugansk aus der Luft. Bis zu 100 Separatisten seien allein in den vergangenen 24 Stunden getötet worden, sagte Militärsprecher Wladislaw Selesnjow. Den Behörden zufolge wurden seit Mitte April zudem rund 500 Zivilisten getötet und 1.400 verletzt.

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