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10.10.2016

20:24 Uhr

Putin und Erdogan

Russland und Türkei besiegeln Bau von Gaspipeline

Nach der Aussöhnung besiegeln Präsident Erdogan und Kremlchef Putin nun den Bau der Pipeline Turkish Stream. Erdogan will sein Land zum „Erdgas- und Energiehandelszentrum“ machen – auch für die EU.

Die beiden Staatspräsidenten kamen beim Weltenergiekongress in Istanbul zusammen. Es folgte anschließend ein bilaterales Treffen. dpa

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan

Die beiden Staatspräsidenten kamen beim Weltenergiekongress in Istanbul zusammen. Es folgte anschließend ein bilaterales Treffen.

IstanbulZwei Monate nach ihrer Aussöhnung haben der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Kremlchef Wladimir Putin den Bau der lange geplanten Gaspipeline Turkish Stream besiegelt. Die Energieminister beider Länder unterzeichneten am Montagabend in Istanbul in Anwesenheit Erdogans und Putins ein entsprechendes Regierungsabkommen. Durch die Pipeline soll russisches Erdgas durch das Schwarze Meer über die Türkei bis an die Grenze Griechenlands gebracht werden.

Mit Turkish Stream und mit der geplanten Pipeline Nord Stream will Russland die Ukraine bei der Belieferung der EU mit Gas umgehen. Der Chef des russischen Energiekonzerns Gazprom, Alexej Miller, sagte, das Abkommen sehe den Bau von zwei Röhren auf dem Grund des Schwarzen Meeres vor. Die Fertigstellung der ersten Röhre sei für 2019 geplant.

Erdogan und Putin nahmen am Montag am Weltenergiekongress in Istanbul teil und kamen anschließend zu einem bilateralen Treffen in der Bosporus-Metropole zusammen. Bei der Tagung kündigte Erdogan umfangreiche Investitionen an, „um unser Land zum Erdgas- und Energiehandelszentrum zu machen“. Die Türkei leiste damit auch „einen Beitrag zur Erdgasversorgungssicherheit Europas“. Putin bekannte sich bei dem Kongress klar zu dem Projekt Turkish Stream, das während der monatelangen Krise zwischen Russland und der Türkei auf Eis lag.

Putin und Erdogan: Russisch-türkisches Tête-à-Tête

Putin und Erdogan

Russisch-türkisches Tête-à-Tête

Die Staatschefs Erdogan und Putin demonstrieren in Istanbul ihre gekittete Freundschaft. Man spricht über Energieprojekte und den Syrien-Konflikt. Die beiden können nicht anders. Zu viel steht auf dem Spiel.

Differenzen gibt es weiterhin beim Bürgerkrieg in Syrien. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte nach dem Treffen, Russland und die Türkei hätten unterschiedliche Standpunkte zu Syrien. Sie hätten aber den politischen Willen zur weiteren Entwicklung eines Dialogs in dieser Frage. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dessen Sturz Erdogan fordert.

Es war Putins erster Türkei-Besuch seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe im vergangenen November. Danach legte Russland die Beziehungen zur Türkei auf Eis. Erst im Juni näherten sich beide Seiten wieder an, im August folgte ein Treffen Putins und Erdogans in St. Petersburg. Beim G20-Gipfel in China im vergangenen Monat sprachen beide über eine vollständige Wiederaufnahme der bilateralen Beziehungen.

Von

dpa

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