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28.12.2015

10:28 Uhr

Putin und sein Comeback

Paria, Partner, Putin

VonAndré Ballin

Die russische Wirtschaft ist im freien Fall. Trotzdem gilt Putin in Russland als „Garant der Stabilität“, seine Popularität ist auf einem Allzeithoch. Und auch der Westen findet neuerdings wieder Gefallen am Kreml-Chef.

Auf dem Weg zur Pressekonferenz: Der russische Präsident wird von seinem Volk geliebt, dabei geht es dem Land schlecht. ap

Wladimir Putin

Auf dem Weg zur Pressekonferenz: Der russische Präsident wird von seinem Volk geliebt, dabei geht es dem Land schlecht.

MoskauEr gilt zwar als „Garant der Stabilität“ in Russland, doch stabil war dieses Jahr für Präsident Wladimir Putin mitnichten. Der Kremlchef selbst machte dies auf seiner Jahrespressekonferenz mit dem Rückgriff auf einen alten Witz deutlich: Das Leben verlaufe in Strähnen, mal schwarz mal weiß, ließ Putin seinen Protagonisten sagen und fügte hinzu: Immerhin wisse er jetzt, dass die schwarze Strähne aus dem Vorjahr eigentlich eine weiße gewesen sei.

Wirtschaftlich und sozial gesehen ist es für Russland tatsächlich ein schwarzes Jahr – bei tiefroten Zahlen: Erstmals seit Jahren sind die Reallöhne gefallen, die galoppierende Inflation und steigende Arbeitslosigkeit drücken auf das Lebensniveau der Russen.

Der Rückgang von schätzungsweise 3,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist die schwerste Krise seit 2009, als das BIP um 7,9 Prozent einbrach. Damals war die globale Finanzkrise der Auslöser, doch diesmal spielen äußere Faktoren nur eine untergeordnete Rolle. Die Weltwirtschaft wächst, das „schwächelnde“ China um immerhin noch 6,9 Prozent.

Der Ölpreis ist drastisch gefallen – der Hauptgrund für das Minus beim BIP und beim Etat, wo das Wirtschaftsministerium mit einem Defizit von drei Prozent rechnet. Doch als Entschuldigung kann das nicht gelten: Seit Jahren predigt die russische Führung die Diversifizierung der eigenen Wirtschaft, um die Abhängigkeit vom Ölpreis zu minimieren.

„Die Rohstofforientierung der Wirtschaft hält an. Die Budgeteinnahmen hängen stark von der Dynamik der Weltmarktpreise für Energieträger ab. Wir verlieren den Wettbewerb auf dem Weltmarkt, der sich mehr und mehr auf innovative Sektoren fokussiert, auf die neue Ökonomie – eine Ökonomie des Wissens und der Technologien“, klagte Putin bereits bei seiner ersten Rede zur Lage der Nation im Juli 2000. Doch noch immer machen fossile Rohstoffe rund 70 Prozent des Exports aus und tragen zur Hälfte des Haushalts bei.

Kommentare (97)

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Herr Hellmutt Bimbes

28.12.2015, 10:37 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Max Huemmler

28.12.2015, 10:44 Uhr

Wieder so ein Schwachsinnsbericht über RUS. RUS ist flächenmäßig 63x so groß wie der Fliegenschiss D. Im Großreich RUS ticken die Uhren anders. (...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr J.-Fr. Pella

28.12.2015, 10:45 Uhr

Die paar Arbeitstage im alten Jahr sollten die Sorgfalt nicht vernachlässigen!
....." der Westen ...."
Einige wenige in den USA und die Mitläufer in Westeuropa waren die Hetzer gegen
Russland und Putin. Also nicht "der Westen ", sondern die Götzendiener der Plutokratie.
Pflichtlektüre wäre für viele das " alte Buch" " von Dr. Krone-Schmalz die
Rußlandversteher.

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