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01.12.2016

13:42 Uhr

Putin zur Lage Russlands

„Sie haben versucht, uns nach fremder Pfeife tanzen zu lassen“

Defizite bei Investitionen, in der Technologie, im Wettbewerb: In seiner Rede zur Lage der Nation übt Russlands Präsident Wladimir Putin ungewohnte Selbstkritik – und richtet eine Botschaft an den Westen.

Der russische Präsident ruft sein Volk zu „Einigkeit in schweren Zeiten“ auf. dpa

Wladimir Putin

Der russische Präsident ruft sein Volk zu „Einigkeit in schweren Zeiten“ auf.

MoskauWenn er spricht, hören 144 Millionen Russen zu: Einmal im Jahr steht der russische Präsident vor beiden Kammern des Parlaments, der Duma, Rede und Antwort zur Lage des Landes. Auch westliche Politiker dürften aufmerksam zugehört haben, als Wladimir Putin am Donnerstag seine „Rede an die Föderalversammlung“ vor Vertretern aus Politik und Gesellschaft in Moskau hielt. Denn das Riesenreich spielt eine bedeutende Rolle in den vielen Konflikten, die die Regierungschefs von Berlin bis Washington derzeit umtreiben.

Allen voran der Krieg in Syrien: Schon im Wahlkampf hatte der designierte US-Präsident Donald Trump angekündigt, im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat auf Unterstützung aus Russland zu setzen. Ein Angebot, das Putin dankbar annimmt: Russland sei bereit zu einer Kooperation mit der neuen US-Führung, so Putin in seiner Rede. Beide Länder hätten eine gemeinsame Verantwortung für die globale Sicherheit. „Es ist wichtig, dass wir unsere Beziehungen normalisieren und anfangen, unser bilaterales Verhältnis auf gleichberechtigter Ebene zu entwickeln“, so Putin. Auch die Partnerschaft mit China sei für Russland wichtig, ergänzte er.

Russland: Im Sumpf der Korruption

Russland

Im Sumpf der Korruption

Hat der russische Wirtschaftsminister Uljukajew tatsächlich zwei Millionen Dollar Bestechungsgeld bekommen? Oder ist er Opfer einer Kreml-Intrige rund um Präsident Putin? Der Kreis der Unantastbaren wird immer kleiner.

„Wir wollen keine Konfrontation, wir suchen keine Feinde“, so Putin. „Wir brauchen Freunde, aber wir dulden keine Missachtung unserer nationalen Interessen.“ Zugleich rief der Kremlchef die USA zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus im Bürgerkriegsland Syrien auf.

Russlands Politik in der Ukraine-Krise und im Syrien-Konflikt sowie Nato-Aktivitäten in Osteuropa haben die heftigsten Spannungen mit dem Westen seit dem Ende des Kalten Krieges ausgelöst. Vor allem das Verhältnis zu den USA unter Präsident Barack Obama ist zerrüttet. Putin bekräftigte indes, Russland sei zur Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung unter Donald Trump bereit.

Russland im Überblick

Regierung

Präsidialdemokratie mit föderativem Staatsaufbau

Präsident: Wladimir Putin (Staatsoberhaupt)

Ministerpräsident: Dimitri Medwedjew (Regierungsschef)

Fläche

rund 17 Millionen Quadratkilometer

Einwohner

144 Millionen

Nachbarländer

Russland grenzt an Nordkorea, China, die Mongolei, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien, Polen, Weißrussland, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen und die Ukraine.

Religion

Das Christentum ist in Russland am weitesten verbreitet. Ein großer Teil der Bevölkerung ist russisch-orthodoxen Glaubens.

Währung

Bedingt durch den Ölpreisverfall und Sanktionen des Westens verlor der russische Rubel 2014 und 2015 stark an Wert. Im Frühjahr 2016 konnte sich der Rubel-Kurs leicht stabilisieren.

Anders als in früheren Reden an die Nation spielten internationale Themen eine untergeordnete Rolle in Putins 13. Ansprache als Präsident. Vor rund 1000 Amts- und Würdenträgern hielt er mehr als 69 Minuten einen flammenden Appell an die „Einigkeit in schweren Zeiten“ und ging auf die Wirtschaftskrise und innenpolitische Probleme ein.

Kommentare (6)

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Herr Jürgen Mücke

01.12.2016, 13:52 Uhr

Bomben geht wohl leider in Syrien weiter

Nach Einschätzung des Nahost-Experten Michael Lüders werden die syrischen Regierungstruppen das umkämpfte Ost-Aleppo binnen Tagen vollständig einnehmen. Ein Grund dafür sei ein Deal zwischen der Türkei und Russland, sagte Lüders im DLF. Stabilität werde das aber nicht bringen.

http://www.deutschlandfunk.de/syrien-der-krieg-wird-noch-jahrelang-weitergehen.694.de.html?dram:article_id=372682

Account gelöscht!

01.12.2016, 13:55 Uhr

Russland hat das Land, die Rohstoffe und die Wissenschaflter um seine Bevölkerung einer Zukunft des Wohlstandes und der sozialen Sicherheit entgegenzugehen.

Es muss nur dafür sorgen, dass die Basis für den Wohlstand, Oel, Rohstoffe, Energie so billig wie marktmöglich zum Einsatz kommen. Geringe politische Rahmenbedingung für eine freie Wirschaft die auf dann auf Basis einer wirtschaftlichen MEHRWERT Schöpfungkette die Menschen dazu ermuntert Private Unternehmen und eine Industriesturktur/Volkswirtschaft aufzubauen.

Zusammenfassung für das Wohl einer Gesellschaft:
-billige Rohstoffe,Energie,Oel-gernige staatliche Rahmenbedingungen-freie Marktwirtschaft (Angebot - Nachfrage - Wettbewerb - Insolvenz=Selbstreinigung des Marktes-freie Wissenschaft und Forschung/Entwicklung-freie und selbstbewusste Bürger-wirschaflticher MEHRWERT SCHÖPFUNGS KETTE Gedanke-sozialer Ausgleich für die Ärmsten der Ärmsten.

Herr Max Nolte

01.12.2016, 14:08 Uhr

Hoffentlich bleibt Russland an der Seite Assads und setzt seine Pläne gemeinsam mit Amerika durch.
Auch wenn die eigentlichen Pläne der USA anscheinend ja andere waren, aber ich hoffe mal das Trump da vernünftiger denkt.

Der Westen wird weiter schimpfen über die folgerichtige Unterstützung der Assad-Truppen durch Russland, aber selber bekommt man nichts gebacken, außer diesen Krieg mit zu verantworten.

Russland bleibt seiner Linie treu und das ist gut so, kein wischiwaschi Programm mit Schwanzeinzieher-Methoden wie bei unserer Regierung..

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