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07.06.2015

20:22 Uhr

Putins G7-Rückkehr ausgeschlossen

Russland bleibt draußen

Auf dem G7-Gipfel haben die Verhandlungen begonnen, und eines scheint klar: Solange die Ukraine-Krise schwelt, bleibt Russland ausgeschlossen. Die Europäer hatten zudem einiges über Griechenland zu erzählen.

Barack Obama, Angela Merkel und Francois Hollande bereiten sich auf die ersten Verhandlungen vor. Reuters

G7-Verhandlungen

Barack Obama, Angela Merkel und Francois Hollande bereiten sich auf die ersten Verhandlungen vor.

Garmisch-Partenkirchen/ElmauRussland bleibt wegen der Ukraine-Politik von Kremlchef Wladimir Putin aus dem Kreis der sieben großen Industrienationen (G7) ausgeschlossen. Mit der Annexion der Krim habe sich Moskau gegen deren gemeinsame Werte gestellt, sagte Kanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend nach ersten Diskussionen der Staats- und Regierungschefs im bayerischen Elmau in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

„Da gibt es eine Barriere im Augenblick, wo ich nicht sehe, dass die überwunden werden kann“, sagte die Kanzlerin. Es sei aber auch klar, dass Russland Partner in der Debatte über das iranische Atomprogramm oder bei einer Lösung des Bürgerkriegs in Syrien sein müsse.

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Merkel sagte dem ZDF zur Position der G7 gegenüber Putin: „Ich gehe davon aus, dass wir ein geschlossenes Signal hier abgeben.“ Sanktionen könnten „entfallen, wenn die Voraussetzungen, unter denen sie mal eingeführt wurden, nicht mehr da sind und die Probleme gelöst sind“.

Wenn das Minsker Abkommen umgesetzt werde, würden auch die Sanktionen aufgehoben. „Und da haben wir eine Chance, wenn sich alle anstrengen. Und das liegt auch ein Stück weit in russischer Hand, natürlich auch in ukrainischer.“ Damit bleibt Merkel ihrer bisherigen Linie treu.

Moskau war wegen des Vorgehens in der Ukraine im vergangenen Jahr aus der Runde ausgeschlossen worden.

Linke-Fraktionschef Gregor Gysi forderte Merkel hingegen auf, auf den international isolierten russischen Präsidenten zuzugehen. „Sie muss der Motor sein, um zur Deeskalation beizutragen“, sagte er am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Wenn Deutschland den ersten Schritt gehe, müsse Putin natürlich auch erste Schritte machen. „Es hilft nichts: Wir kommen an guten Beziehungen mit Russland nicht vorbei“, sagte Gysi.

Kommentare (3)

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Herr walter danielis

08.06.2015, 09:21 Uhr

G 7 = Nato, Nato = USA, deshalb beibt Putin draußen.

Frau Merkel sagt: Putin bleibt draußen, solange er nicht macht was wir wollen. Natürlich werden wir in den Fragen wo wir ihn brauchen ( SYRIEN, IRAN. usw.) weiter mit ihm sprechen. Welche Arroganz! Das Putin dann vielleicht nicht mit ihr sprechen will, schließt sie aus. Wie die Mutter zum Kind

Herr Manfred Zimmer

08.06.2015, 10:27 Uhr

Jetzt haben wir endlich auch eine Definition für die "Merkel-Gipfel":

"Die Europäer hatten zudem einiges über Griechenland zu erzählen."

Dafür werden 100 Millionen € aus dem Steuersäckel locker gemacht?

"Sollen die hungrigen Bürger doch Kuchen essen, hören wir sie sagen!" Die Aktivitäten der Bundesregierung sind in Punkte Arroganz und Ignoranz kaum noch steigerbar. Wie werden eigentlich Mehrheiten gegen diesen Stil einfach weggerundet?

Herr Josef Schmidt

08.06.2015, 11:13 Uhr

Putin orientiert sich nach Asien und Lateinamerika mit den BRICS. G7 soll angeblich die bedeutendsten Industrienationen vertreten, da frage ich wo China ist, mittlerweile die grösste Wirtschaft der Welt.

DIe G7 ist unbedeutend und nur als Vasallenveranstaltung der USA-NATO verkommen, siehe die neuen Teilnehmer, die EU Befehlsempfänger. Da werden die Befehle mit persönlichem Druck vermittelt nicht nur telefonisch.

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