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19.07.2016

15:10 Uhr

Putschversuch in der Türkei

Militärberater von Erdogan verhaftet

Ein hochrangiger Berater des türkischen Präsidenten Erdogan ist festgenommen worden. Luftwaffen-Berater Erkan Kivrak ist einer von Tausenden, die nach dem gescheiterten Putschversuch in Untersuchungshaft gehalten werden.

Die türkische Regierung ließ in den vergangenen Tagen Tausende Verdächtige verhaften, die am vereitelten Staatsstreich beteiligt gewesen sein sollen. AP

Recep Tayyip Erdogan

Die türkische Regierung ließ in den vergangenen Tagen Tausende Verdächtige verhaften, die am vereitelten Staatsstreich beteiligt gewesen sein sollen.

IstanbulNach dem gescheiterten Putsch ist im Süden der Türkei ein hochrangiger Militärberater von Präsident Recep Tayyip Erdogan festgenommen worden. Es handle sich um den Luftwaffen-Berater Erkan Kivrak, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Er habe sich in einem Hotel in der Provinz Antalya aufgehalten und sei nach Ankara überstellt worden. Gründe für die Verhaftung wurden nicht genannt.

Darüber hinaus hätten Gerichte angeordnet, dass 85 Generäle und Admirale in Untersuchungshaft bleiben sollten, berichtete Anadolu. Dutzende weitere würden weiter befragt. Unter den Verhafteten befinde sich auch der ehemalige Luftwaffenkommandeur Akin Öztürk, der verdächtigt werde, Drahtzieher des Putschversuchs vom 15. Juli zu sein.

Zur Person von Recep Tayyip Erdoğan

Student der Wirtschaftswissenschaften

Recep Tayyip Erdogan wird am 26. Februar 1954 in Istanbul geboren. An der Istanbuler Marmara-Universität studiert er Wirtschaftswissenschaften.

Bürgermeister von Istanbul

Von 1994 bis 1998 war Erdogan Oberbürgermeister von Istanbul.

Gefängnisstrafe

1999 sitzt Erdogan wegen Schüren religiösem Hasses für vier Monate im Gefängnis. Anlass war eine Rede, in der er aus einem religiösen Gedicht, das Ziya Gökalp zugeschrieben wird, zitiert hatte.

Gründung der AKP

2001 gründet Erdogan zusammen mit anderen Politikern die Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP).

Wahlsieg 2002

Bei der Parlamentswahl am 3. November 2002 wird die AKP deutlicher Wahlsieger. Wegen seiner Vorstrafe darf Erdogan nicht für einen Parlamentssitz kandidieren. Da nur ein Parlamentsabgeordneter in der Türkei Ministerpräsident werden darf, wird der AKP-Politiker Abdullah Gül neuer Regierungschef.

Nach einer Verfassungsänderung darf Erdogan trotz seiner Vorstrafe bei den Nachwahlen am 9. März 2003 antreten und zieht in das Parlament ein. Nur wenige Tage danach reicht Ministerpräsident Gül seinen Rücktritt ein und Erdogan wird neuer Regierungschef.

Parlamentswahl 2007 und 2011

Im Jahr 2007 gewinnt die AKP erneut die Parlamentswahlen. Erdogan wird zum zweiten Mal Ministerpräsident. Auch 2011 gewinnt die AKP. Erdogan holt rund 50 Prozent der Stimmen. 

Bürgerproteste 2013

Die Regierung Erdogan ging im Mai 2013 mit Gewalt gegen Proteste gegen ihn vor, die, ausgehend vom Istanbuler Taksim-Platz, auch auf andere Städte übergriffen. Dieses Vorgehen löste heftige Kritik in der Türkei aus.

Präsidentschaft 2014

Im Jahr 2014 wird Erdogan in der ersten Direktwahl zum Staatspräsident der Türkei gewählt. Er erreicht bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Erdogan wird am 28. August 2014 als neuer Präsident vereidigt.

Familie

Seit Juli 1978 ist Erdogan mit Emine Erdogan, geborene Gülbaran, verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne und zwei Töchter: Ahmet Burak und Necmeddin Bilal sowie Esra und Sümeyye. Erdogan ist dreifacher Großvater.

Die Behörden haben in den vergangenen Tagen Tausende Verdächtige verhaftet, die am vereitelten Staatsstreich beteiligt gewesen sein sollen. Die türkische Regierung hat erklärt, hinter dem Putsch stecke der in den USA lebende Geistliche Fetullah Gülen. Tausende seiner Unterstützer wurden aus Justiz und Innenministerium entlassen.

Von

ap

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