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24.03.2012

01:03 Uhr

Quotenregelung

Ohne Frauen geht im EU-Ausland nichts

In anderen EU-Ländern gehört die Frauenquote schon längst zum Alltag. Für deutsche Firme könnte die fehlende Quotenregelung bald ein Nachteil sein, wenn sie an europaweiten Ausschreibungen teilnehmen.

Die Frauenquote wird für deutsche Firmen zum Stolperstein. dapd

Die Frauenquote wird für deutsche Firmen zum Stolperstein.

Düsseldorf/BerlinWegen der fehlenden gesetzlichen Frauenquote drohen deutschen Unternehmen im europäischen Ausland Wettbewerbsnachteile. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ (Samstag) unter Berufung auf internes Papier des Auswärtigen Amts, das der Zeitung vorliege.

„Dies könnte über kurz oder lange dazu führen, dass deutsche Unternehmen nicht mehr an Ausschreibungen zum Beispiel in Spanien oder Frankreich teilnehmen dürfen, da sie hinsichtlich des Anteils weiblicher Führungskräfte nicht die Voraussetzungen der dort geltenden Quotengesetze erfüllen“, zitiert das Blatt aus der Analyse der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amts.

Frauen in den Chefetagen

Wie hoch ist der Frauenanteil europaweit?

In börsennotierten Unternehmen innerhalb der EU besetzen Frauen 13,7 Prozent der Posten in den höchsten Entscheidungsgremien. Besonders niedrig ist der Frauenanteil in Malta (3 Prozent), Zypern (4) und Ungarn (5). In Finnland (27 Prozent), Lettland (26) und Schweden dagegen (25) ist er relativ hoch. Deutsche Unternehmen kommen auf 16 Prozent. In Japan haben Frauen fast gar keinen Einfluss auf Entscheidungen: Sie besetzen nur 0,9 Prozent der Führungsposten.

Wie entwickelt sich der Frauenanteil?

Der Frauenanteil nimmt in den 27 EU-Ländern langsam, aber nahezu stetig zu. Seit 2003 steigt die Quote im Schnitt jährlich um 0,6 Prozentpunkte. In den vergangenen beiden Jahren beschleunigte sich die Entwicklung etwas. Ausreißer ist Frankreich: Der Anteil an weiblichen Führungskräften stieg innerhalb von 15 Monaten von 12,3 auf 22,3 Prozent. Per Gesetz müssen hier bis 2017 mindestens 40 Prozent der Posten in Führungsgremien weiblich besetzt sein.

Gesetzliche Quoten

Frankreich, Italien und Belgien haben 2011 eine verpflichtende Frauenquote für die Unternehmensspitzen erlassen. Auch die Niederlande und Spanien haben Gesetze beschlossen, bei Verstößen drohen aber keine Strafen. In einigen EU-Ländern gibt es Quoten in staatseigenen Betrieben.

Vorbild Norwegen

In Norwegen sind die Entscheidungsgremien in den größten börsennotierten Unternehmen zu 42 Prozent von Frauen besetzt. 2003 wurde eine gesetzliche Quote von 40 Prozent beschlossen, die seit 2006 verpflichtend ist. Ein Unternehmen, das die Vorgaben nicht erfüllt, kann per Gerichtsbeschluss aufgelöst werden.

„Wenn sich ein deutsches Unternehmen für eine öffentliche Ausschreibung in Spanien bewerben will, dann hat das nur Aussicht auf Erfolg, wenn es die spanische Frauenquote erfüllt“, bestätigte EU-Justizkommissarin Viviane Reding der Zeitung. Die Quote liegt bei 40 Prozent bis 2015.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Freiberufler

24.03.2012, 01:46 Uhr

Ist Spanien deshalb - fast - pleite?

Geht es Frankreich deshalb so schlecht?

Ironie beseite: Man ist nicht nur Mann oder Frau! Andere Faktoren sind auch nicht unwichtig. Wer aber wirklich etwas taugt, hat sich als Selbständige(r) bewährt! In Großkonzernen oder im Öffentlichen Dienst geht es nicht wirklich um die individuelle Leistung!

Account gelöscht!

24.03.2012, 04:02 Uhr

Bei der Reding kann man zweifelsfrei sagen, dass die nur als Quote den Job macht, als zur EU abgeschobenen Quote.

Was ist in Spanien denn besser mit der Quotenpower? Über 25% Arbeitslosigkeit und bei der Jugend sogar an die 40%. Aber Quote.

Und Frankreich hat aufgrund der Quote ja keinerlei Probleme, oder doch? Ist zwar nicht so schlimm wie in Spanien, kann aber noch werden.

Statt Zeit und Energie für solch Nebensächlichleiten zu verschwenden, sollten sich alle um die Lösung der gravierenden Probleme bemühen. Dabei ist es egal ob das Mann Oder Frau macht. Es kommt auf die Qualifikation und nicht auf das Geschlecht an. Außerdem stellt sich die Frage, ob es auch von den qualifizierten Frauen genügend gibt welche sich für einen solchen Job zur Verfügung stellen. Luschen gibt es bei Männern und Frauen genug. Die brauchen wir aber nicht, auch nicht in der 2. und 3. Reihe.

bobi

24.03.2012, 07:30 Uhr

Ich finde es geil. 80% der Deutschen lehnen die Frauenquote ab aber die Hintermänner lassen nicht los. Es kümmert sie ein Dreck was das Volk will. Wenn das Volk nicht der gleichen Meinung ist, dann soll eben das Volk umgestimmt werden. Es wird geredet, geschmiert und manipulliert was das Zeug hält.

Schande auf euch Journalisten! Ihr seid nur Marionetten.

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